
Viel Rambazamba
Die Seengegend von Chile/Argentinien machte uns Mühe. Zwar hatte es schöne Gewässer und viele Vulkane aber vor allem sehr viele Leute und viel Verkehr. Die grosse Herausforderung der letzten 3 Wochen war, ruhige Plätze für die Nacht zu finden. Es kam vor, das nachts um 1 Uhr mehrere Grossfamilien auftauchten, die 10 Kleinkinder sich 2Std lang austobten, die Erwachsenen den Radio laufen liessen als seien sie schwerhörig, und um 3-4 Uhr verliessen sie den Platz wieder. Ein anderes Mal ca um 3 Uhr erschien eine Gruppe mit Gitarre, setzte sich direkt neben unseren Camper, machten 2 Std Lärm-Gesang, und dazu heulten die Hunde jedesmal, wenn ein neues Lied begann. An einem anderen Platz öffnete die Bar am Flussufer um 2Uhr in der Nacht, und die Leute kamen in Massen. usw, usw, usw. In Choele Choel lernten wir eine Familie kennen, die einen Sohn als Radioreporter haben, und der erschien am nächsten Morgen bei uns im Camper, um ein Live-Interview zu machen. Dies brachte unser Spanisch an die Grenze. Seine Fragen verstanden wir noch einigermassen, aber die Fragen direkt übers Radio brachten uns arg ins Schwitzen. In Tandil auf dem Weg zu den Atlantik-Stränden fanden wir den Segelflugklub Los Planeadores und konnten da 3 Tage in absoluter Ruhe mit Pool und Flugbetrieb stehen und uns erholen. Ein Flug von etwas über einer Stunde gönnte ich mir dann auch noch. In Carilo/Valeria fanden wir fast direkt am Strand einen Platz, mit Polizeibetreung und mehr oder weniger Ruhe in der Nacht. Das Strandleben ist aber nicht mehr ganz unser Ding, vorallem da Januar/Februar Millionen von Argentiniern die Strände überfüllen. Nun sind wir etwas ausserhalb von Buenos Aires auf einem ruhigen Camping, haben das erste Mal seit fast 2 Monaten Strom und Infrastruktur, feiern Ursulas Geburtstag mit einem Schampus und einem „Bife de Lomo“ von unserem Grill. In den nächsten Tagen besuchen wir nun noch das kleine Uruguay, bevor es dann nach Buenos Aires in den Hafen geht.
Viel Rambazamba
Die Seengegend von Chile/Argentinien machte uns Mühe. Zwar hatte es schöne Gewässer und viele Vulkane aber vor allem sehr viele Leute und viel Verkehr. Die grosse Herausforderung der letzten 3 Wochen war, ruhige Plätze für die Nacht zu finden. Es kam vor, das nachts um 1 Uhr mehrere Grossfamilien auftauchten, die 10 Kleinkinder sich 2Std lang austobten, die Erwachsenen den Radio laufen liessen als seien sie schwerhörig, und um 3-4 Uhr verliessen sie den Platz wieder. Ein anderes Mal ca um 3 Uhr erschien eine Gruppe mit Gitarre, setzte sich direkt neben unseren Camper, machten 2 Std Lärm-Gesang, und dazu heulten die Hunde jedesmal, wenn ein neues Lied begann. An einem anderen Platz öffnete die Bar am Flussufer um 2Uhr in der Nacht, und die Leute kamen in Massen. usw, usw, usw. In Choele Choel lernten wir eine Familie kennen, die einen Sohn als Radioreporter haben, und der erschien am nächsten Morgen bei uns im Camper, um ein Live-Interview zu machen. Dies brachte unser Spanisch an die Grenze. Seine Fragen verstanden wir noch einigermassen, aber die Fragen direkt übers Radio brachten uns arg ins Schwitzen. In Tandil auf dem Weg zu den Atlantik-Stränden fanden wir den Segelflugklub Los Planeadores und konnten da 3 Tage in absoluter Ruhe mit Pool und Flugbetrieb stehen und uns erholen. Ein Flug von etwas über einer Stunde gönnte ich mir dann auch noch. In Carilo/Valeria fanden wir fast direkt am Strand einen Platz, mit Polizeibetreung und mehr oder weniger Ruhe in der Nacht. Das Strandleben ist aber nicht mehr ganz unser Ding, vorallem da Januar/Februar Millionen von Argentiniern die Strände überfüllen. Nun sind wir etwas ausserhalb von Buenos Aires auf einem ruhigen Camping, haben das erste Mal seit fast 2 Monaten Strom und Infrastruktur, feiern Ursulas Geburtstag mit einem Schampus und einem „Bife de Lomo“ von unserem Grill. In den nächsten Tagen besuchen wir nun noch das kleine Uruguay, bevor es dann nach Buenos Aires in den Hafen geht.
Vulkane und Fjorde
In Puerto Aysen hatten wir seit langem wieder einmal Regen und fuhren daher nach Puerto Chacabuco zum Hafen, um dort die 2 Regentage abzuwarten und ein bisschen dem Betrieb im Fiord-Naturhafen beizuwohnen. Anschliessend gings wieder auf die Rüttelpiste Carretera Austral. Die grauenhafte Strasse ist aber immer von den riesigen und schönen Alerces Bäumen und einer dichten Fauna eingerahmt. Es hat auch immer wieder Gletscher und unzählige Wasserfälle. Auch hat es viele Vulkane, und was so ein Vulkan anrichten kann, sahen wir im Ort Chaiten. 2008 brach der Vulkan überraschend aus, die riesigen Aschenmengen wurden mit Regenwasser durch den Ort Chaiten geschwemmt, und ein grosser Teil des Ortes wurde bis zu 2m mit diesem Ascheschlamm verschüttet. Auch sind unterdessen viele Wälder rund um den Vulkan ganz abgestorben. Im Moment sind die Leute in Chaiten daran, denn Ort langsam wieder aufzubauen. Im letzten Teil der Carretera Austral benötigten wir 3x Fähren um weiterzukommen. Diese Schifffahrten von 1-4h durch die engen Fjorde, begleitet von Delfinen, Seehunden und Pinguinen, waren wunderschön, und man konnte die Landschaften geniessen, ohne durchgeschüttelt zu werden. Insgesamt haben wir seit Weihnachten über 1500km auf der Carretera Austral verbracht, und unser Auto hat die rund 1300km rauhe Piste ohne Probleme hinter sich gebracht. In der Nähe von Puerto Montt kamen wir wieder in die Zivilisation und auf geteerte Strassen, dies hatte zur Folge, dass wir uns gleich nicht mehr richtig wohl fühlten. Es hat überall viele Leute, viel Verkehr, alles ist verbaut und eingezäunt, und an den schönen Plätzen herrscht „Rambazamba“. Nach der Umrundung des Sees Llanquihue trafen wir bei Puerto Octay wieder einmal Nicci und Marco und hatten dank ihnen einen super Platz. Wir konnten uns da erholen und unser Auto richtig vom Staub befreien. In dieser Gegend um Puerto Octay merkt man noch sehr stark den deutschen Einfluss von früher. An unserem Platz direkt am See, mit Blick auf den Vulkan Osorno, wo nur unsere 2 Autos stehen können, lassen wir nun unsere Seelen und die Beine baumeln, schwelgen etwas in den Erinnerungen an die vergangenen 21 Monate und machen uns Gedanken über das Leben nach der Reise. Nach einer Woche auf unserer Bade-Halbinsel geht es nun in Chile noch etwas weiter nordwärts und nachher zum letztenmal über die Grenze nach Argentinien
Silvester in Traumlandschaft
Am 26. Dezember verliessen wir die Weihnachtsgesellschaft und fuhren dem Lago General Carrera, dem schönsten See der ganzen Reise, entlang bis El Maiten. Wir hatten so viel vom Rio Baker gehört, dass wir einen Zusatzweg von 120km Rüttelpiste auf uns nahmen, um nach Cochrane zu kommen. Auf dieser Strecke kamen wir mit unserem Auto absolut ans Limit. Nachdem wir die letzte Kurve einer extremen Steigung nicht schafften, gings rutschend zurück. Für den 2ten Versuch sperrte Ursula oben die Strasse, ich liess Wasservorrat und Luft in den Antriebsrädern ab, und schaffte es auf dem letzten Zacken. In Cochrane lernten wir den 71 jährigen Chilenen „Washington“ kennen, und er lud uns auf seine Estancia ein. An Silvester trafen wir wieder Rosita und Manfred aus Deutschland, und gemeinsam luden wir den alleinstehenden Washington zum Silvestermenu auf seiner Estancia ein. Der Abend war sehr eindrücklich, nach dem Silvestermenu konnten wir reiten, nachher zeigte er uns seine Gemälde, Felle von erlegten Tieren, seine Messer und Säbel und erzählte aus seiner Zeit in Skandinavien. Nach Mitternacht wurde noch neben dem Lagerfeuer getanzt, und auch hier war er ein ehemaliger Meister. Mit einem Brief für Bekannte in der Schweiz verliessen wir am Neujahr etwas wehmütig die schön am Rio Cochrane gelegene Estancia. Auf dem Rückweg staunten wir, dass unsere Problemstelle zwar immer noch steil, aber unterdessen frisch planiert und ohne Löcher war. In Puerto Tranquillo gabs noch einen 100km Abstecher ins Valle Exploradores. Hier ist plötzlich Regenwald und es hat grosse Papageie, aber trotzdem sind die Gletscher der 4000er fast zum Greifen nah. Nach der unterdessen 5ten Forelle, erhielt ich von Ursula Fischverbot. In Villa Cerro Castillo fand gerade ein Rodeo statt, und wir liessen uns diesen Anlass nicht entgehen. An 2 Tagen werden unzählige Stiere von Gauchos durch die Arena getrieben, aber ausser blauen Flecken und Atemnot passiert den jungen Tieren nichts. Die Stimmung war extrem friedlich und nicht Tourismus geprägt. Die Wegfahrt mit unserem 3 Tonnenauto über die 2 Tonnen Brücke war dann noch spannend, aber nachdem sogar Pferdelaster darüberfuhren, trauten wir uns auch. Nun sind wir in Puerto Aysen praktisch am Meer, und in den nächsten 2 Wochen wartet nun die Carretera Austral Nord auf uns. Ob wir auf den weiteren 4-500km Naturstrassen weiter Hochsommer Wetter haben, oder ob es hier wie üblich eher nass ist, lest ihr im nächsten Bericht.
Die Bilder des letzten Berichtes sind unterdessen auch auf der Homepage.
Gletscher Kirschernte und Weihnacht
Die letzten 3 Wochen waren eigentliche Ferien vom Reisen. Mit viel wandern und wenig Autofahren war diese Zeit sehr entspannend. Als erstes stand der „Torres del Paine“ auf dem Program. Auf einer ersten Wanderung bei super Wetter hatten wir einen herrlichen Blick auf die Gletscherberge, und als ob dies noch nicht genug wäre, donnerte noch eine riesige Lawine fast vom Gipfel ins Tal. Wir wollten dann eine 4 Tages Rundwanderung mit Zelt machen. Schwerbeladen machten wir uns auf den Weg. Bereits die erste Nacht war absolut ernüchternd. Anstatt Zeltromantik waren über 100 Zelte auf engstem Raum, und man kann sich den Lärm vorstellen, vom Reden zum Singen, dann Schnarchen und dazu die vielen Reissverschlüsse. Später erwiesen sich unsere peruanischen Schlafsäcke, die sich im Dschungel bewährt haben, als absolut nicht Gletschertauglich.So gabs noch einen kurzen Abstecher zum Gletscher, und nachher, kurz vor dem Schneegestöber, gings mit einem Gewaltsmarsch zurück zu unserem komfortablen Camper mit Heizung,warmer Dusche, Küche und weicher Matratze. Der nächste Park war der berühmte und als einziger noch wachsende Gletscher Perito Moreno. Eigentlich darf man nicht im Park übernachten, wir standen aber eine Nacht direkt über dem See mit den abgebrochenen Eisschollen, und eine zweite Nacht am Aussichtspunkt mit Sicht auf die ganze Gletscherwelt. Das Wetter war in den 3 Tagen herrlich und bis zu 30 Grad warm. Der dritte Park war der „Cerro Fitz Roy“. Auch hier gabs längere Wanderungen bei gutem Wetter, der legendäre „Cerro Torre“ mit der 50m dicken Eiskappe war aber nie ganz wolkenfrei. Nun sind wir in Los Antiguos am Lago Buenos Aires, hier ist ein mildes Klima und im Moment Kirschenernte. Mit andern Reisenden feierten wir so etwas wie Weihnachten, wobei morgens um 3Uhr auch die Flasche Whisky leer war. Nun folgt in Chile die wahrscheinlich letzte grosse Herausforderng, die ca 1500km lange „Carretera Austral“ von Cochrane bis Puerto Montt.
Für die vielen Mails an dieser Stelle besten Dank. Da wir im Moment kaum vernünftiges Internet haben, können wir fast nicht antworten.
Von Ushuaia nach Punta Arenas
Ende November 2011 haben wir nach über 60000km, 16 Ländern und 28 Zollüberquerungen die südlichste Stadt der Welt, Ushuaia, erreicht. Es war schon ein spezieller Moment, nach Alaska nun auch die südlichste Stadt der Welt mit dem Auto zu erreichen. Auf dem Campground trafen wir nebst vielen anderen Reisenden Motorradfahrer, die wir seit Mexico kennen, Schweizer die fast Nachbarn bei uns im Seeland sind und Nici/Marco, die wir unterwegs in 8 verschiedenen Ländern immer wieder getroffen haben. Im wunderschönen Parque Fin del Mundo erreichten wir den südlichsten Strassenpunkt der Welt und zu Fuss ging es noch etwas näher an den Südpol. Während den 3 Tagen im Park hatten wir unglaubliches Wanderwetter für diese Region, und Ursula meinte einmal, es sei fast „schwülwarm“. Im südlichsten Postbüro der Welt hätte man für „nur“ SFr. 18.- eine abgestempelte Postkarte kaufen können, wir hatten zum Glück einzelne Postkarten dabei, die kostenlos abgestempelt und verschickt wurden. Wir blieben noch ein paar Tage in der Stadt, bevor es Richtung Punta Arenas nach Chile ging. Unterwegs sollte es noch die grossen Königspinguine haben. Strassenbauarbeiter erklärten uns dann den Weg durch Gatter und über Zäune, um zum richtigen Strandplatz zu kommen. Bei der Strandwanderung kamen dann die Pinguine tatsächlich aus dem Wasser, mehr um uns zu sehen als wir sie. In dieser Pampagegend Patagonien/Feuerland gibt es auch immer wieder ganze Nanduherden (fast wie Strausse in Südafrika) dazu viele Füchse und Hasen. Im chilenischen Punta Arenas mussten wir wegen Reifenwechsel 3 Tage warten, darum fuhren wir noch 60km südwärts dem Magellankanal entlang nach Fuerte Bulnes. Das Fort und die kleinen Fischerorte waren sehenswert, und beim Wandern lernten wir diese rauhe aber spektakuläre Landschaft, mit vielen Schnee- und Eisbergen, die aus dem Meer ragen, bei bestem Wetter kennen. In der Zona Franca von Punta Arenas bekamen dann unser Auto und Ursula endlich die dringend benötigte Neubereifung beziehungsweise Wanderschuhe. Nun machen wir uns gemütlich auf den Weg nordwärts Richtung Torres del Paine und Perito Moreno.
Von Valdez nach Feuerland
Nach den schweren Gewittern war die Fahrt zu den Seeelefanten bei Ninfas, trotz 2 Tagen warten, nicht möglich. Südlich von Trelew wählten wir die staubige Srasse Nr.1 über Cabo Raso und Camarones um zu grossen Pinguinen- und Seelöwen-Populationen zu kommen. Pinguine hat es zu tausenden, aber leider waren sie noch am Eier ausbrüten, und es hatte noch keine Jungen. Seelöwen hat es an diesen Stränden auch in riesigen Gruppen. Auf einer 3h Strandwanderung konnten wir uns einmal auf dem Bauch ganz nahe an eine Gruppe anschleichen. Zu unserer Ueberraschung waren sogar einzelne Seeelefanten dabei. Ueber Comodoro Rivadavia (Rada Tilly) mit seinem fantastischen Sandstrand kamen wir nach Puerto San Julian. Hier rauschte dann eine geführte Wohnmobiltour, bestehend aus Schweizern, Deutschen und Holländern an uns vorbei. Sie machen die gleiche Tour wie wir, jedoch von Süd nach Nord und in viel kürzerer Zeit. In der endlosen Pampa Richtung Rio Gallegos merkten wir was patagonischer Wind heisst. Zwar hatten wir immer gutes und warmes Wetter, aber an einem Tag hatte ich Schulterschmerzen vom ewigen gegen den Seitenwind halten. Am 19. November überquerten wir mit der Fähre, begleitet von Delfinen, die Magellanstrasse und erreichten somit Feuerland. Die chilenischen Strassen hier unten sind sehr schlecht, gleich wie die sinnlosen Zollkontrollen, wo einem zB eine einzelne Tomate oder ein kleines Stück Käse abgenommen wird. Ab San Sebastian waren wir wieder in Argentinien und hatten gute Strassen. In Rio Grande standen wir für eine Nacht an der schönen Uferpromenade, leider war es aber der Treffpunkt der ganzen Stadt. Als sich nachts um 2 Uhr immer noch junge Autofahrer ohne Auspuff, dafür mit riesigen Musikanlagen Rennen lieferten, zogen wir uns in eine ruhige Seitenstrasse zurück. 80km vor Ushuaia fanden wir dann aber einen ruhigen Superplatz am Lago Fagnano zum Nachschlafen. Entgegen vielen Versprechungen fischte ich aber keine Forelle, aber der Platz hat sich, auch dank dem Besuch einer Zorro-Gris-Familie (Graufuchs), trotzdem gelohnt. Kurz vor Ushuaia kamen wir noch in einen richtigen Schneesturm, aber auch der konnte uns nicht mehr aufhalten, die südlichsten Stadt der Welt zu erreichen. Nun sind wir in Ushuaia, wo die Anden, die wir seit Kolumbien bereisen, langsam im Meer verschwinden. Wir werden in den nächsten Tagen den südlichsten mit dem Auto erreichbaren Punkt besuchen, und evt wie Freunde sagten, den südlichsten Cajero, die südlichste Tankstelle, die südlichste Kloschüssel usw usw suchen. Anschliessend geht es dann in die verschiedenen Anden-Nationalparks von Chile und Argentinien.
Von den Anden zum Atlantik
In den letzten 3 Wochen fuhren wir etwas wirr herum. Von Zapala gings in die Erdöl/Erdgas- Gegend von Neuquén um diverse Dinosaurierfunde zu besichtigen. Bei Anelo wollten die Indios 160 Pesos für ein heruntergekommenes Museum, wir liessen es sein, hatten dafür einen schönen Stellplatz am See, und am nächsten Tag fanden wir in Villa el Chocon ein sehenswertes Museum des Schweizers Bachmann für 4 Pesos. Unser Plan war Junin und SanMartin los Andes zu besichtigen. Da es auf dieser Strecke infolge Vulkanasche, der wie dichter Nebel wirkte, immer ungemütlicher wurde, drehten wir um und fuhren direkt nach Bariloche. Hier war die Sicht etwas besser, aber die mehlartige Asche war trotzdem überall, und so fuhren wir gleich weiter Richtung El Bolson. Bereits 40km weiter südlich hatte es dann keine Asche mehr. In dieser Gegend hat es viele wunderschöne Seen in einer schneebedeckten Bergwelt, und wir konnten wieder einmal wandern. In Tecka verliessen wir unseren roten Faden (ruta 40) um an den Atlantik zu fahren, wo in dieser Zeit viele Walfische zu beobachten sind. Wir erwarteten dazwischen einige 100km öde Pampa, sahen aber im Rio Chubut-Tal eine Gegend fast wie Grand Canyon und Monument Valley. Nördlich von Trelew/Puerto Madryn ist die Peninsula Valdez, und dies wurde zu etwas vom schönsten der ganzen Reise. Wir standen tagelang an einsamen Stränden oder auf Klippen und konnten stundenlang den riesigen Walen zuschauen. Zeitweise war es sehr ruhig, aber plötzlich zeigten unzählige Wale ihr ganzes Programm. Sogar während einer Nacht, bei Windstille weckten sie uns um 1 Uhr mit ihren Geräuschen, die wie Schiffsirenen klangen, und den Sprüngen die wie Kanonenschüsse tönten. An einem Tag zogen 2 Mütter mit ihren Jungen gemütlich 5-10m an uns vorbei und eine andere Gruppe hatte anscheinend Paarungsgelüste. Die letzte Nacht ganz allein am Strand auf Peninsula Valdez war dann aber sehr ungemütlich, da 2 Gewitter sich direkt über uns entluden. Wir hatten Angst vom Blitz getroffen oder weggeschwemmt zu werden. Vorsichtshalber trugen wir alle Papiere und Ausweise auf uns, falls wir den Camper fluchtartig verlassen müssten. Nach dieser Nacht war die ganze Region 2 Tage ohne Strom und einige Strassen verschüttet. Nun sind wir in Puerto Madryn, haben seit langem wieder einmal Internt und werden ab Morgen versuchen die 80km Naturstrasse der Küste entlang, zu den See-Elefanten zu kommen. Ob die Strassen passierbar sind, wir See-Elefanten, Pinguine oder sogar Orcas sehen, lest ihr im nächsten Bericht.
Santiago de Chile retour
Im Leoncito NP besuchten wir in der Nacht das Observatorium und merkten, wie klein und nichtig wir und die Erde sind. An diesem Abend lernten wir auch den Franzosen Bernard (ca65) kennen. Wir haben auf unserer Reise viele bemerkenswerte Leute kennengelernt, aber Bernard stellt alle in den Schatten. Er ist zu Fuss, ohne Zelt und ohne Kocher, seit 18 Monaten auf dem Inka-Weg von Kolumbien nach Santiago de Chile unterwegs. Wir trafen ihn etwas später in Uspallata mit einer Flasche Bier unter dem Arm wieder, er sei die 105km durch die Wüste in 2 Tagen marschiert und hätte nun einen riesigen Durst. Dagen sind wir wirklich Luxus-Reisende. Nach einer Nacht im farbigen Canyon 7Colores (bekannt vom Film „7 Jahre in Tibet“) fuhren wir in die riesige Weinmetropole Mendoza. Die Stadt konnte uns nicht begeistern, dafür hatten wir im Camping viele andere Reisende zum Gedankenaustausch. Von hier ging es dann am Aconcagua, mit 6962m höchster Berg Amerikas, vorbei nach Santiago de Chile. Unsere Freunde waren seit einiger Zeit im Spital Alemana, wo Elsbeth sich einer Operation unterziehen musste. Es geht ihr wieder besser, und es scheint, dass sie ihre Reise in den nächsten Tagen fortsetzen können. Unser Plan war, in Chile weiter südwärts zu fahren. Aber nach kurzer Zeit merkten wir, für uns hatte es zuviel Verkehr, zuviele Städte und zuviele Wolken, so dass wir zurück nach Argentinien umkehrten. Leider wurde der Pass eingeschneit, so das wir 2 Nächte auf einer Tankstelle warten mussten, bevor wir bei Traumwetter am Aconcagua vorbei wieder in Argentinien einreisen konnten. Nun sind wir mehr oder weniger auf der „Ruta quarenta“ Richtung Bariloche unterwegs. Teilweise ist die Strasse in einem fürchterlichen Zustand, dafür hat es eine sensationelle Landschaft aus Lavasteinformationen, erloschener Vulkane und den Schneebergen der Andenkette. Während etwa 50km ist die Strasse von 100ten von tankähnlichen Sensoren gesäumt, mit denen das Pierre Auger Observatorium die kosmischen Strahlung studiert. Wir machen noch einen Abstecher nach Las Lenas, dem St.Moritz von Argentinien. Der Sommertrainingsort der Schweizer Skinationalteam ist aber bis auf ein paar Sicherheitsleute absolut menschenleer und die futuristischen Hotels haben nach unserer Meinung überhaupt kein Stil. In Barrancas können wir bei der sympathischen Polizeistation übernachten. Es ist 33 Grad warm und im Gespräch mit den Polizisten merken wir plötzlich, wir sind, seit der Brücke vor 100m, in Patagonien angekommen. Wir feiern das Ereignis mit einer Flasche Torrontes und sind überzeugt, nicht mehr lange solche Temperaturen geniessen zu können. Die Gegend auf der Ostseite der Anden (Cordillera del Vento) ist sehr windig und wird jedes Jahr für 1-2 Monate von Segelfliegern aus der ganzen Welt für riesige Streckenflüge in den Wellen der Anden genutzt. Die Ebene ist nun wieder etwas grüner, und es hat immer wieder grosse Herden von Schafen, Ziegen, Pferden und natürlich auch von unseren zukünftigen Steaks. Wenn es nicht zuviel Vulkanasche hat, werden wir noch Bariloche besuchen, bevor es zum „Whalewatching“ nach Isla Valdez geht.
Gutes Leben
Von Salta ging es über den Los Cardones NP nach Cachi. Wir bleiben eine Nacht. Vor uns liegen 200km schlechte Naturstrasse Richtung Cafayate. Wir fahren los und werden gleich ordentlich durchgeschüttelt. Die 5000km Ruta cuarenta (RN40) ist eine Nationalstrasse (etwa so lang wie von Portugal zum Ural) und endet in Rio Gallegos am südlichsten Strassenpunkt der Erde und unser Ziel für Ende Jahr. Es hat praktisch kein Verkehr. Nach etwa 40km, kommt da nicht ein Camper? Klar, und dazu noch ein Berner (Schweizer). Wir halten beide und tauschen Erfahrungen aus. Claudius sagt, wir waren letzte Nacht in Colome auf dem Weingut von Donald Hess. Wir: klar kennen wir, waren schon in Südafrika auf dem Weingut Glen Garlou von Hess und den Wein kennen wir von unserem Nachbar zuhause. Colome ist nur 20km von der schlechten RN40 weg, also nichts wie hin. Die Strasse ist sehr schlecht, dafür die Umgebung traumhaft. Auf dem Weingut sehen wir uns das moderne Lichtkunst-Museum von James Tyrell an, es ist der absolute Hammer, zum Glück habe ich ein paar Fotos gemacht, bevor es verboten wird. Gratulation an Donald Hess für diese phantastische Kunst im absoluten nichts. Anschliessend eine Weindegustation, wir fragen uns, wer in Argentinien diese astronomischen Preise für Wein bezahlt. Wir dürften auf dem Weingut übernachten, aber es ist uns etwas zu vornehm, und wir wollen ja unser Lomo (Rindsfilet) grillen. So kaufen wir uns eine Flasche Rotwein, fahren etwa 5-10km zurück und finden einen Traumplatz in der Natur. Im Sonnenuntergang wird unser Lomo gegrillt und mit dem Rotwein vom Weingut Colome genossen. Zum Schluss gibt es wie jeden Tag „Mate“ und einen Sternenhimmel wie sonst nur in Namibia. In Cafayate haben wir 200km Wellblechpiste hinter uns, und fühlen uns erstmals auf unserer Reise richtig bedroht, nicht wegen Kriminalität sondern wegen der vielen Bodegas (Weingüter mit Degustation). Wir bleiben ein paar Tage und besuchen die Weingüter mit dem Fahrrad und lernen den fantastischen Torrontes Weisswein kennen. Auf dem Weg Richtung Mendoza machen wir einen Abstecher nach Tafi del Valle und sehen uns unzählige Menhire an. Bei einer Uebernachtung bei abgelegenen Thermen werden wir die ganze Nacht (bis um 03.30) immer wieder von Besuchern geweckt, die hier zum duschen kommen. Auf dem Weg nach Süden nehmen wir für 4 Tage 2 deutsche Fahrradfahrer mit, sie haben sich etwas in der Zeit verschätzt, und die Hitze macht ihnen zu schaffen. Von Barreal aus besuchen wir den El Leoncito NP, er soll die sauberste Luft weltweit haben, und darum hat es auch 2 Observatorien. Daneben hat es auch „Suri“ (eine Art Strauss), „Cuis“ (eine Art Meerschweinchen), kleine Papagaien, nur den Puma bekamen wir nicht zu Gesicht. Nun geht es nach Mendoza in die Rotweinmetropole von Argentinien und anschliessend nach Chile.
Berge-Küste-Berge
Die Ausreise aus Bolivien nach Chile war einfach aber die Landschaft um den Zoll auf 4800m atemberaubend schön. Rundherum Schneeberge und mitten drin viele wunderschöne grünblaue Lagunen mit unzähligen roten Flamengos. Von Chile erwarteten wir sehr viel, leider waren die ersten 50km die staubigste Baustelle der ganzen Reise. Im schönen Arica blieben wir 2 Nächte frei am Strand. Die erste Nacht war sehr ruhig aber in der 2ten ging die Post ab. In der ersten Nachthälfte gabs neben unserem Camper ein Saufgelage, dass Ursula mitbekam , während ich schlief, und in der 2ten Nachthälfte verprügelten sich zwei „Liebespaare“ direkt neben uns, ich verfolgte die Aktionen, während Ursula schlief. Im zollfreien Einkaufsparadies von Iquique wollten wir neue Reifen, einen neuen 12V-220V Inverter und ein Ersatz für unser defektes GPS einkaufen. Aber unsere Reifendimension gabs weder bei Michelin noch andern Anbietern, Inverter hatte es nur zu kleine und zu teure, und das GPS kostet fast 3x soviel wie in Nordamerika, so gabs anstatt Grosseinkauf, nur ein Mittagessen. In Calama fanden wir erstmals seit 10 Monaten eine Ford-Garage mit Ford-Transit Nowhow, und unser zuverlässiges Auto bekam endlich einen standesgemässen Service. Nach nur einer Woche Nordchile gings nun wieder in die Berge Richtung Argentinien. Im letzten Ort in Chile, übernachteten wir 3x in einem wünderschönen roten Canyon etwas ausserhalb von San Pedro de Atacama. Ab der 2ten Nacht gesellten sich unsere Freunde „Burs“ zu uns, die auf dem Weg an die Küste und Santiago sind. Gemeinsam feierten wir ihren Hochzeitstag bei einem guten Essen. Unseren eigenen 39ten Hochzeitstag der ca 2 Wochen vorher gewesen wäre, haben wir beide vergessen (es wird schwierig im Alter). In San Pedro reisten wir aus Chile aus und wollten noch die Laguna Verde in Bolivien besuchen, aber aufgrund der extrem hohen Gebühren machten wir am bolivianischen Zollhäuschen kehrt und stellten uns für eine Nacht im Niemandsland von Chile an eine wunderschöne grüne Lagune mit vielen Flamingos und sogar einem Zorro-Andino (Andenfuchs). Bei einer Wanderung, wurden wir von einem Offroader mit 3 Chilenischen Carabinieris mit vorgehaltener Pistole zur Umkehr gezwungen, es sei viel zu gefährlich wegen der Bolivianer. Die Nacht auf 4400m mit Sturmwind bis Mitternacht war sehr kalt aber trozdem ein Erlebnis. In Argentinien fühlten wir uns gleich richtig wohl, gepflegte Orte, schöne Häuser, gute Einkaufsmöglichkeiten und nach Monaten mit viel Staub endlich wieder Bäume, Gras und warme Temperaturen. Auch gibt es hier um Salta bereits die ersten Bodegas (Weinbauern). Nun fahren wir auf der Routa 40 Richtung Mendoza, bevor es wieder nach Chile geht.
Titicacasee und Salzsee
Zu unserem Abschied aus Peru wurde an der Grenze ein Musikfestival abgehalten. Die Formalitäten in Peru waren schnell erledigt, aber ein Durchkommen auf die bolivianische Seite war wegen mehreren Musikkapellen nur schwer möglich. Die bolivianische Einfuhr war auch einfach, ausser dass wir leere Kopien für die nächsten Reisenden machen mussten und der Polizist für seinen Stempel ganz offen Trinkgeld verlangte. Mit unseren Zentralamerikaerfahrungen war er aber an der falschen Adresse. Kurz nach der Grenze erreichten wir den Strand Copacabana am Titicacasee. Gleich bei unserer Ankunft wurden wir von Argentiniern zum Mate, einem Mittelding von Wasserpfeife und Kräutertee eingeladen. Nach einer ersten Nacht ganz allein am Strand, leisteten uns nachher Schweizer Afrika/Südamerikafahrer gemütliche Gesellschaft. Gemeinsam besuchten wir die Isla del Sol, die Insel der Sonne soll der Ort der Erschaffung der Inkas sein,und nach ihrer Mythologie sogar der Geburtsort der Sonne. Weiter ging die Reise mit einer haarsträubenden Fähre über einen Teil des Sees nach La Paz. Die Millionenstadt liegt in einem Bergkessel zwischen 3000 und 4000müM. Für die Fahrt zum Hotel Oberland hatten wir einen guten Plan, leider endete unsere 4spurige Autobahn auf einem Bauplatz/Marktplatz, aber durch Hinterhöfe, Baugruben, Querverkehr, Müllhalden usw fanden wir nach ca 1-2km wieder, wie wenn nichts wäre, auf die Fortsetzung der Autobahn. In La Paz faszinierte uns vor allem der Hexenmarkt, und auf dem Parkplatz vom Hotel Oberland trafen wir viele andere Travellers. Bei einem gemütlichen Grillen (1,8kg Rindsfillet für Fr. 12.-), konnten Erfahrungen mit Franzosen, Luxenburgern, Norwegern und Schweizern ausgetauscht werden. Ueber Pazna (Polizeiübernachtung) gings an den Salar Uyuni, den grössten Salzsee. Ab Challapata nahmen wir eine Abkürzung , die unserem Auto und uns alles abverlangte. Für die total 200km Piste mit einigen Wasser- und Sumpfquerungen brauchten wir über 8 Stunden. Nach einer eiskalten Nacht auf dem Salz, war neben dem Wasser auch der Diesel eingefroren. Es brauchte 4 Sonnenstunden um alles wieder aufzutauen. In Uyuni übernachteten wir 2x vor der Militärkaserne, bewacht von 300 Militär und hatten immer am Morgen Wachablösung mit Trommel und Trompete. Auf einer Jeeptour über den Salar-Salzsee sahen wir am Nordstrand Flamengos, im Zentrum eine Insel mit riesigen Kakteen, und am Oststrand gabs ein „Ojo“ fast wie ein Wirlpool nur viel kälter und gefährlicher. Unsere Bolivien-Rundreise führte uns auch über Potosi, nach Patacamaya wo wir vor dem Spital einen ruhigen Stellplatz mit Kontakt zu den kubanischen Aerzten fanden. Im Nordwesten des Landes besuchten wir noch den Sajama NP. Wir übernachteten 2x auf 4300m in der Nähe der schönsten natürlichen heissen Quellen der ganzen Reise, mitten in Lama-Herden und umgeben von vielen über 6000m hohen schneebedeckten Bergen. Nach über 2 Wochen geht unsere Bolivien-Rundreise zu Ende, es ist ein sehr armes aber interessantes Land, wobei wir auf unserer Reise zum erstenmal das Gefühl hatten, nicht immer willkommen zu sein, obwohl es auch viele sehr offene und freundliche Leute hatte. Nun freuen wir uns nach 10 Monaten in eher schwierigen Ländern auf die zivilisierten Länder Chile und Argentinien.
Vom Dschungel zu den Condoren
Hauptattraktion in der Nähe von Cusco ist der Machu Picchu. Da diese Sehenwürdigkeit vor allem in diesem Jahr total von Touristen überschwemmt ist, und wir uns noch sehr gut an unseren letzten Besuch errinnern, liessen wir dieses Highlight aus. Stattdessen entschieden wir uns zusammen mit den Radlern und dem Motorradfahrer eine 6 tägige Dschungeltour zu machen. Die Tour hatte es in sich, mit 20h Busfahren, über 10h mit dem Langboot, über 20h wandern mit schwerem Rucksack, damit war diese Amazonas-Tour definitiv kein einfacher Touriausflug. Es war faszinierend, den Dschungel richtig kennenzulernen. Vor allem die 3 Uebernachtungen im Zelt und eine auf einem Beobachtungshochsitz waren ein Erlebnis. Die nächtliche Geräuschkulisse und die Nachtwanderung waren absolut eindrücklich. Die Blatern an den Füssen, die Moskitos, Zecken und andere Stiche gerieten ob der anderen Eindrücke absolut in den Hintergrund. Essen gabs aus Palmblättern, Wasser aus Bambu-Rohr und zum Dessert Palmherz aus dem Urwald. Fisch wurde von Hand gefangen und gebraten. Auf www.abenteuerradler.blogspot.com könnt ihr unter „August“ einen ausführlichen Bericht nachlesen. Nach 6 Tagen kamen wir ziemlich schmutzig und müde nach Cusco zurück. Wir erholten uns während ein paar Tagen mit faulenzen und grillen zusammen mit anderen Mitreisenden, bevor es weiter Richtung Süden ging. Die Reise führte über Aguas Calientes, Juliaca nach Chivay, und von dort über eine schlechte Strasse in den Canyon de Colca zum Cruz del Condor. Bereits bei unserer Ankunft am Mittag sahen wir den ersten von rund 30 riesigen Condoren in der Thermik fliegen. Nach einer kalten Nacht, ganz allein am Cruz del Condor, staunten wir über die vielen Touribusse, die am Morgen früh eintrafen. Wir hatten uns aber bereits den besten Platz gesichert und konnten hautnah die Flugkünste der bis 3m grossen Condore ansehen. Zwischendurch hatte es auch Adler in den Aufwinden, nur sahen diese neben den Condoren winzig klein aus. Auf dem Weg von Chivay nach Puno überquerten wir mit 4910müM den bisher höchsten Punkt unserer Reise per Auto. Für unseren zuverlässigen Ford-Transit war dies absolut kein Problem. Die Grabtürme auf der Halbinsel Sillustani waren ein weiterer Höhepunkt. Von Puno aus besuchten wir noch die von Touristen überlaufenen Uros-Inseln. Nun geht unser Peruaufenthalt nach fast 2 Monaten zu Ende. Das Land hat uns nach anfänglicher Skeptik total begeistert. Zwar fühlten wir uns nicht immer sicher, aber die vielfältigen Landschaften mit speziellen Küsten, Wüstengegenden, Schneeberge mit Gletscher, das Altiplano, eine Hochebene wo man immer zwischen 4-5000m hoch ist und bizarre Schluchten usw usw haben uns total begeistert. Die Leute und die Polizei waren sehr freundlich und hilfsbereit. In den nächsten Tagen geht es nun nach Bolivien, und wir hoffen, dass es auf dem Weg zur Grenze keine gewalttätigenStrassenblockaden der unzufriedenen Peruaner gibt. Ob wir nach Bolivien kommen, und wie wir die kalten Nächte in der grossen Höhe überstehen, lest ihr im nächsten Bericht.
Extreme Höhen
In der Ancash-Berggegend um den Huascaran (6768m) blieben wir 10 Tage. Auf einer Bike-Tour in ein Seitental bekam ich ein Hundebeisser-Trauma, nebst der Höhe die mir zu schaffen machte, hatte ich dauernd 1-5 agressive Hunde hinter mir. Erst Abends las ich , dass auf dieser Wanderstrecke mit vielen bissigen Hunden zu rechnen ist. Im wunderschönen Nationalpark erreichten wir für uns 3 Höhenrekorde: 2x Uebernachten auf über 4200m bei den bis 10m hohen Puya Raimondii Pflanzen, unser Auto fuhr, zwar zeitweise stark rauchnend, locker auf 4800m, und auf einer sehr langsamen Wanderung zum Pastoruri-Gletscher mit den gefrorenen Lagunen erreichten wir 5200m. Dank Coca-The und mit leichten Kopfschmerzen schafften wir diese extremen Höhen aber mehr oder weniger unbeschadet. Wir verliessen diese wunderschöne Hochgebirgswelt Richtung Lima, und die Strasse brachte uns innert ca. 40km von über 4000m in die trostlose und vernebelte Küstengegend. Die 8 Milionen-Stadt Lima ist seit unserem letzten Besuch vor über 30 Jahren nicht wirklich schöner geworden, aber wir genossen trotzdem während 4 Tagen die vielen Annehmlichkeiten der Grossstadt. Auf dem Weg Richtung Süden übernachteten wir am Strand von Cerro Azul und konnten Pinguine und Delfine vom Camper aus beobachten. Im Paracaspark gab es dann wieder einmal Wandermöglichkeiten. In den Steilküsten sahen wir neben unzähligen Vögel auch Flamingos, Humboldt-Pinguine, Tölpel, Lobo-Marinos (Seelöwen) und Seeotter, und dazu konnte mein Off-Road-Trieb auf den Sandpisten befriedigt werden. Bei einem Ausflug zur Isla Ballestas erlebten wir eine Tierwelt wie noch nie. Man kann sich nicht vorstellen, wie viele Vögel, Pinguine, Seelöwen usw auf den kleinen Inseln leben. Die Oase Huacachina bei Ica faszinierte uns mit den riesigen Sanddünen und der wunderschönen Lagune. Die Landschaft erinnerte uns sehr stark an Namibia. In Nazca schauten wir uns die Geoglyphen (Geometrische Figuren) vom Flugzeug aus an. Das Unesco-Weltnaturerbe ist nur von der Luft aus richtig zu sehen. Mit den vielen Steilkurven, war es fast wie ein Akro-Flug, und auch Ursula schaffte den Flug knapp ohne den Sick-Bag zu benützen. Ueber die Entstehung der Nasca Linien gibt es verschiedene Theorien, wir haben uns entschieden, an die Theorie von Erich von Däniken zu glauben, er meint es seien Landebahnen für Ausserirdische. In der Nähe von Nazca übernachteten wir auf dem Friedhof von Chauchilla inmitten von 11 offenen Gräbern mit Mumien. Entgegen den Aussagen der Peruaner wurden wir Nachts nicht von den Mumien geweckt. Die 600km Fahrt Richtung Cusco führte uns auf über 4500m und mitten durch viele Lama-Alpakas-Vikuna und Guanaca-Herden. Mitten in dieser eindrücklichen Hochebene trafen wir 2 Schweizer Radler und einen Motorradfahrer. Nach gemeinsamen Mittag- und Abendessen entschieden sich die Radler aus Zeitgründen, die 300 km bis nach Cusco in unserem Camper mitzumachen. Zu fünft feierten wir dann den Nationalfeiertag mit einem guten Essen. In Cusco planen wir nun unseren weiteren Weg Richtung Bolivien. Ob wir eine 6 tägige Dschungeltour machen und nachher trotz Strassensperren und Unruhen nach Bolivien kommen lest ihr im nächsten Bericht.
Kulturschock
Von Cuenca aus besuchten wir den Cajas NP, ein Hochmoor mit viel Vegetation auf bis 4600m. Unsere Cuenca-Gastgeber Cecy und Dionis besuchten uns noch zu einem nicht ganz gelungenen Fondue an unserem eiskalten Uebernachtungsplatz auf 3979m. Wir verabschiedeten uns endgültig von ihnen, waren aber 2 Tage später wieder vor ihrer Haustür, allerdings krank und das Auto wegen einer unglücklichen Aktion auch leicht abgeändert. Innert 2 Tagen war aber alles wieder einigermassen in Ordnung. Zu unserem definitiven Abschied von Cuenca feierte die Stadt noch 8 Tage Corpus Christi mit vielen Süssigkeiten und grossem Feuerwerk. Wir waren erstaunt über den riesigen Aufwand, nur damit wir endgültig das schöne aber kühle Cuenca verliessen. Im warmen Vilcabamba blieben wir 6 Tage, und trafen nacheinander diverse Panamericanafahrer, darunter Austria-Radler die wir seit Guatemala kennen, Schweizer Liegevelo-Panamfahrer die wir in El Salvador kennenlernten, dazu noch Schweizer und Deutsche 4x4 Panamfahrer. Obwohl man in Vilcabamba wegen des idealen Klimas älter wird als sonst irgendwo auf der Welt, reisten wirAnfang Juli dann weiter nach Peru. Die Grenze war für einmal ganz locker, aber nachher erlebten wir den grössten Kulturschock der ganzen Reise. Nach dem schönen, geordneten und gepflegten Ecuador ist Nord-Peru wie eine andere Welt. Alles ist extrem ärmlich, schmutzig, total chaotisch und auch die Landschaft ist langweilig. Ausnahmen waren das wunderschöne Museum „Tumbas Reales de Sipan“ in Lambayeque und die interessanten Ruinen von Chan-Chan bei Trujillo. Auch Uebernachtungsplätze sind hier nicht immer einfach zu finden, wir waren auf Tankstellen, im Hof eines Std-Hotels, bei der Polizei oder direkt vor dem Museum. In Huanchaco blieben wir 4 Tage auf dem RV-Park und genossen den Luxus von heissen Duschen, Strom, Pool,Toiletten, Internet und sehr guten Restaurants. Von Trujillo gings dann mit einer Abkürzung, über eine Naturstrasse vom Meer Richtung Berge. Eigentlich hatten wir nach 20 km eine Brücke zur Hauptstrasse erwartet, die kam dann aber erst nach 58km. Der nächste Tag mit den 77km Rumpelpiste durch den Canyon del Pato (Entenschlucht) war dann ein absolutes Highlight. Wir brauchten in diesem immer enger werdenden Canyon über 6 Std (inkl. Fotostopps) um von Chuquicara nach Caraz in die Cordillera Blanca mit den vielen über 6000m hohen schneebedeckten Bergspitzen zu kommen. Es war faszinierend, von dieser engen Schlucht aus, immer wieder die näher kommenden Schneeberge zu sehen. Hier in Caraz brauchte unser Auto und wir nun während 3 Tagen eine ausgiebige Wäsche, und wir planen nun die nächsten Wochen in dieser beeindruckenden Bergwelt.
Cuenca und Galapagos
In Cuenca wurden wir von den Eltern von Freunden aus der Schweiz erwartet. Obwohl wir Cecy und Dionis nicht kannten, wurden wir empfangen , als ob wir zur Familie gehörten. Sie entschieden gleich, ihr braucht ein richtiges Bett, und das Haus könnt ihr brauchen, wie ihr wollt. So genossen wir für einige Tage den 5-Stern-Luxus von Cecy, und Dionis führte uns die ganze Zeit in und um Cuenca von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten. Bevor der 8 tägige Galapagos-Aufenthalt begann, fuhren wir noch für 5 Tage in den Podocarpus NP. Im Amazonasteil des Regenwald-Parkes konnten wir ausgiebig wandern . Zurück in Cuenca wurden wir wieder von A-Z verwöhnt, und für unseren Camper wurde auch ein sicherer Abstellplatz organisiert. Um auf die Galapagos zu kommen, gab es zuerst eine 4h Busfahrt nach Guayaquil und nachher einen 2 stündigen Flug. Auf Galapagos hatten wir für 8 Tage ein Hotel gebucht, und da man nicht auf eigene Faust reisen kann, ein 6 Tages Programm hauptsächlich mit Schnellbooten zu den verschiedenen Insel. Die Tier- und Inselwelt ist faszinierend, aber wir merkten, dass wir nicht mehr wirklich Gruppenreisetauglich sind. Nachdem wir in 6 Monaten Nordamerika mit Amerikanern nur sehr gute Erfahrungen gemacht hatten, merkten wir nun, warum viele Amerikaner teilweise einen etwas speziellen Ruf haben. Trotzdem hat sich der Besuch der Galapagos sehr gelohnt. Auf den langen Schnellbootfahrten konnten wir, im Gegensatz zu den meisten Mitreisenden, unsere Hochseetauglichkeit testen. Teilweise konnte der Kapitän die Motorleistung reduzieren, und wie ein Surfer die riesigen Wellen hinuntergleiten. An Tieren bekamen wir praktisch alles zu sehen, speziell waren natürlich die Riesenschildkröten am Land und im Wasser, die Seelöwen, Pinguine, Piqueros patas azules mit den blauen Füssen, Leguane schwarz wie die Lava, Haie, fliegende und schwimmende Rochen, Pelikane, usw. Auch das Schnorcheln im Aquarium-ähnlichen Meer war ein Highlight, vor allem wenn Pinguine direkt vor der Nase mitten im Fischschwarm jagen, oder plötzlich ein ca 150 cm grosser Hai unter einem durchschwimmt, oder man über längere Zeit mit Wasserschildkröten schwimmen kann. Nach 8 Tagen Galapagos waren wir aber froh, wieder selbständig den Tagesablauf zu bestimmen, und so besuchten wir noch für 2 Tage die Grossstadt Guayaquil mit dem wunderschönen Malecon und der restaurierten Altstadt „Cerro Santa Ana“. In Cuenca haben wir nun wieder unseren Camper übernommen und werden in den nächsten Tagen noch 2 Nationalparks besuchen, bevor es etwa Anfang Juli nach Peru geht.
Especialemente para Cecy y Dionis !
Queremos darles las gracias por su hospitalidad más cariñoso y inolvidable. Encuentros cómo con vosotros hacen que nuestro viaje se pone en una experiencia maravilloso. Esperemos con mucho ilusión que en su próxima visita a darles algo en cambio por su hospitalidad.
¿El tiempo con vosotros se quedará en nuestros corazones para siempre!
El tiempo con vosotros era „RICISSIMO“.
Vulkane überall
Zum Abschluss des Monates in Kolumbien fuhren wir abseits in die Berge zu den Thermalquellen Hirviendo bei Coconuco. Dort erlebten wir noch einmal die unglaubliche Freundlichkeit der Kolumbianer. Jedesmal wenn wir die Pools aufsuchten, wurde uns von den anderen Besuchern „Aguariente“ der herrliche Aenisschnaps offeriert. Die letzte kolumbianische Nacht verbrachten wir hoch über der eindrücklichen Wallfahrtskiche von Las Lajas. Kolumbien war, obwohl es praktisch keinen Tourismus gibt, fantastisch und wir fühlten uns sicher. Die Einreise nach Ecuador war ganz einfach, ausser dass der freundliche Zöllner uns sehr gerne in seinem Büro hatte, und dadurch die anderen Reisenden endlos lange draussen warten mussten. Unsere ersten Nächte verbrachten wir an der Lagune Cuicocha, wo wir endlich wieder mal richtig grillen und wandern konnten. In der Stadt Otavalo blieben wir 5 Tage und genossen den interressanten Tiermarkt und deckten uns mit warmen Kappen ein. Die nächste Station war der Cotopaxi NP mit dem fast 6000m hohen Vulkan Cotopaxi. Die 5 Tage waren genial, obwohl wir sehr kalte Nächte hatten. Bei Wanderungen und Biketouren auf meistens 3800m bis 4800m gewöhnten wir uns an die hohen Andenberge. Wir sahen von da oben bei gutem Wetter einige der anderen über 6000m hohen Vulkane. Einmal kreiste sogar ein Condor in der Thermik des Vulkans. Die Besteigung des Cotopaxi war leider aus verschiedenen Gründen nicht (oder noch nicht) möglich, aber man braucht ja auch noch weitere Ziele. Weiter gings auf der Strasse der Vulkane Richtung Banos. Bereits ca 80km vor Banos sah man den stark aktiven Vulkan Tungurahua (5030m) mit seiner riesigen Rauchwolke. In Banos liessen wir es uns sehr gut gehen, und konnten bei Schweizer- und Franzosen Restaurants wieder einmal richtig schlemmen. Bei einer 5h-Wanderung lernten wir Roberto und seine Familie kennen, sie haben eine Finca und ein kleines Restaurant hoch über Banos am Fuss des Tungurahua. Somit war unser nächstes Ziel klar, um die eindrücklichen Lavaerruptionen Tag und Nacht von unserem Camper aus zu sehen. Der Platz vor seinem Haus war der absolute Hammer, man hört den Vulkan Tag und Nacht rumpeln, und sobald die Wolken mal weg sind, sieht man auch die riesigen Erruptionen. Roberto erklärte uns auch gleich: mein Haus ist euer Haus, benützt einfach alles was ihr braucht. Wir konnten uns dann mit Fahrradreparatur und Schweizer Rösti revanchieren. Bei Wanderungen in der Umgebung sahen und hörten wir nebst dem aktiven Vulkan auch viele seltene Vögel. In der letzten Nacht in Runtun wachte ich kurz vor 3 Uhr auf, sah dass der Tungurahua endlich ganz frei von Wolken war und 5 Minuten später gab es einen riesigen Feuerball mit minutenlangem Lavaausfluss. Ich konnte noch Ursula wecken, und sie meinte, jetzt wird es gefährlich. Aber nach ca. 5 Minuten war das ganze Spektakel vorbei, und wir konnten ruhig weiterschlafen. In den nächsten Tagen geht es nun nach Cuenca, wo wir bereits erwartet werden, und anschliessend besuchen wir für 8-10 Tage die Galapagos.
Andengebirge und viel Wasser
Kolumbien machte uns im Vorfeld ziemlich Angst. Erstens wird von vielen Ländern von einer Reise nach Kolumbien abgeraten, und zweitens gab es hier seit Monaten sehr schwere Regenfälle mit vielen Ueberschwemmungen und Erdrutschen. Das mit den Regenfällen war, obwohl wir meistens gutes Wetter hatten, tatsächlich ein Problem, und es war nicht immer einfach, eine fahrbare Route rauszufinden. Wegen der Sicherheit gab es aber überhaupt kein Problem. In Regionen wo FARC-Rebellen aktiv sind, kommt man fast nicht hin, und in allen übrigen Regionen sind die Leute erfreut, dass man ihr Land bereist. Wir standen meistens frei auf einem Dorfplatz, Sportplatz, bei einem Restaurant oder bei Sehenswürdigkeiten und wurden immer richtiggehend von den Leuten belagert, ausgefragt, mit Kaffee versorgt und fotografiert. Unsere Reise führte uns zuerst durch die schwühlheisse Karibik von Cartagena über den 30m hohen und 2500m tiefen Schlammvulkan Totuma nach Santa Marta/Tanganga und nachher in die kühlen Andenberge. In der Millionenstadt Bucaramanga führte uns das GPS mitten durch die öffentliche Busspur, aber wie überall lachte die Polizei nur, zeigte mit dem Daumen nach oben und sagte, fahrt nur weiter. So kamen wir praktisch ohne Verkehr durch die Stadt. In Arcabuco auf 2500müM trafen wir Roman, einen Schweizer, der seit 2 Jahren eine Metzgerei/Bäckerei mit Restaurant aufbaut, und der uns gleich zu Rösti/Bratwurst einlud, und uns auch noch mit einem gutem Butterzopf versorgte. Ueber Barichara, wo wir während der „Semana Santa“ den Osterprozessionen beiwohnten, gings nach Villa de Leyva. Diese wunderschöne Stadt und die Umgebung besichtigten wir mit Marko und seinem deutschen Rotkreuz Rettungswagen. Er lebt seit 5 Jahren hier, und versucht den Rettungs- und Feuerwehrdienst auf freiwilliger Basis aufzubauen. In Zipaquira, das nur durch überschwemmtes Gebiet erreichbar war, besuchten wir die Salzkathedrale, die im ehemaligen Salzbergwerk 180m unter der Oberfläche gebaut wird. Die 10 MillionenStadt Bogota umfuhren wir weiträumig. Von Espinal 330müM ging es über einen Pass von 3200müM nach Salento zum „Althippy“ Jorge. Die Passfahrt hatte es wirklich in sich, wir brauchten für 150km über 6,5 Stunden, und die meiste Zeit wurde nur im ersten Gang gefahren. Das die kolumbianischen Bus- und Truckfahrer mit ihren überholmanövern diese Fahrt unfallfrei überstehen ist jedesmal ein Wunder. Im Jorges Paradies „Monteroca“konnten wir uns dann beim Grillen und Wandern vom Fahrstress erholen. Weiter gings an den Lago Calima nach Darien, wo wir, dank Schweizer Freunden, ein Kinderheim (www.kinderheim-bambi.ch )besuchen konnten. Wir wurden von Gladys und ihrem Team wie Könige behandelt. Unterwegs kurz vor Silvia trafen wir wieder auf unsere Freunde aus Biel. Zusammen standen wir auf einer Fischzuchtanlage und genossen die Bergwelt und bewunderten die schönen Trachten der Guambiano-Indianer. In den nächsten Tagen geht es nun nach Ecuador, wo wir hoffen, den fast 6000m hohen Cotopaxi zu sehen, und wir versuchen werden, die Galapagos-Inseln zu besuchen.
Verrückte Verschiffung
Die Einreise nach Panama war für zentralamerikanische Verhältnisse problemlos und ziemlich geordnet. Es dauerte nur etwas mehr als 1 Std, bis wir uns auf den guten Strassen von Panama befanden. Auch das letzte Land zwischen Nord- und Südamerika war sehr heiss und durch die hohe Luftfeuchtigkeit bei gefühlten 40-42 Grad nicht immer angenehm. Die Verbindung von Panama nach Kolumbien ist zwar seit Jahrzehnten geplant, aber es gibt nach wie vor keine Strasse nach Südamerika. In Panama City, einer nicht gerade schönen 2-Millionenstadt, stellten wir uns in der Nähe von der grossen „Puente de las Americas“ direkt an den Panama-Kanal. Am Schluss waren wir 5 Fahrzeuge, die zusammen verschiffen wollten. Innert 3 Tagen schafften wir die Prozedur und hatten auch noch Zeit , uns die Schleusen des beeindruckenden Panama-Kanals anzuschauen. Mit dem Flugzeug verliessen wir Zentralamerika Richtung Cartagena in der Hoffnung, die komplizierten Aus-und Einreisen und das endlose anstehen an „x“ Büros mit hunderten von Kopien hinter uns zu lassen. Die wunderschöne Stadt Cartagena erkundigten wir haupsächlich zu Fuss. Unser Auto hätte eigentlich bereits 2 Tage nach uns ankommen sollen, aber aus diversen Gründen dauerte es fast eine Woche. Die Auslösung der Fahrzeuge war anschliessend mit Abstand das Komplizierteste, was wir je gemacht haben. Ein normal denkender Mensch kann sich nicht vorstellen, wie viele Büros, Formulare, Kontrollen, Stempel und Bewilligungen in so einen Ablauf eingebaut werden können. Als wir endlich mit allen Dokumenten im Hafen bei den Fahrzeugen waren, stellten wir fest, dass alles was nicht sicher in der Garage verstaut war, geklaut worden war. Bei uns waren es nur unwichtige Sachen (Waschmittel, Decke, Wäsche etc), aber bei Freunden von uns auch Werkzeug. Alle Fahrzeuge waren innen und aussen extrem dreckig. Das Schlimmste aber war, das bei einem 4x4 Fahrzeug die Kardanwelle massiv verbogen war. Die Abladung von den Flat-Racks mussten wir selber organisieren, sonst wären wir wahrscheinlich noch heute im Hafen. Innert 2 Tagen konnten wir aber alle unsere Autos wieder reinigen, einräumen und reparieren und uns vom Behördenstress erholen. Da Kolumbien in den letzten Wochen massive Regenfälle hatte und viele Strassen und Brücken geschlossen sind, ist es für uns noch unklar, was wir in dem schönen Land unternehmen können. Ob wir in einem aktiven Schlammvulkan baden können, und ob wir durch das Land nach Ecuador kommen, lest ihr im nächsten Bericht.
Nebelwald und Strände
Da wir Costa Rica bereits vor 4 Jahren bereist hatten, und sich zudem bei uns etwas Reisemüdigkeit breitmachte, nahmen wir es die letzten 3 Wochen etwas ruhiger und hetzten nicht von einer Sehenswürdigkeit zur Nächsten. Der Anfang war mit einem endlich mal ruhigen und nur 1.5 Std. dauernden Grenzübertritt entspannend. Auf der Farm von Agi und Guido war es fast wie nach Hause kommen. Nebst Faultier, Tucan, Papagei, Krokodil, vielen Affen, Schlangen usw. hat Guido auch einen wunderschönen Naturpfad angelegt. Die Farm Canas Castilla ist für jeden Costa Rica Besuch ein absolutes „must“. Weiter ging es an die Küste vor La Cruz, wo wir von der Grenzpolizei bewacht wurden. In Quebrada Grande besuchten wir Freunde, die dort ein ein riesiges Grundstück beim Vulkan Rincon haben. Justin und Joyce bauen dort seit Jahren allein von Hand wunderschöne Naturpools mit heissem Quellwasser. Bis Ende Jahr wollen sie die Paradisische Anlage der Oeffentlichkeit zugänglich machen. Weiter gings über den Lago Arenal, schöner Stellplatz direkt am See, zum Schweizer Franz, der privat eine Bergbahn auf seinen ca 500m hohen Aussichtspunkt mit Drehrestaurant gebaut hat. Er offeriert uns kurzerhand , nebst dem Stellplatz, auch die Fahrt auf seinen Berg. Ueber das turistische Fortuna mit Vulcan Arenal gings über die Berge und durch den Nebelwald in die Nähe von San Jose. Im B&B-Berna Tica bei Dora (aus Dotzigen bei Biel) wurden wir herzlich aufgenommen. Auf der Fahrt an den Pacific nahmen wir 2 Schweizer mit und konnten auf der Brücke von Tarcoles gemeinsam unzählige Krokodile bestaunen. In Jaco hatten wir Mühe einen Platz zu finden , bis die Hotelsekretärin Roxy uns sagte, stellt euch in meinen Garten, den Pool, Strand etc könnt ihr vom Hotel benützen, wir sollen einfach sagen, wir gehöhren zu ihrer Familie. Nach 3 Tagen fuhren wir weiter an die Strände von Manuel Antonio und Matapalo, standen direkt am Strand, wurden aber als die Flut wegen der Mondphase so hoch kam wie nie, ziemlich nervös. Da zeitweise das Wasser unter dem Camper durchfloss, mussten wir nachts um 3 Uhr umparkieren. In San Isidro besuchten wir Nici und Marco, die wir seit Alaska kennen. Sie haben in Costa Rica ihre alte Iveco-Kiste gegen einen Mercedes Sprinter getauscht, den sie nun innert 2 Monaten ausbauen. Wir haben ihnen beim elektischen Ausbau geholfen, was aber bei weit über 30 Grad ziemlich schweisstreibend war. Da hier im Moment unüblich früh anscheinend die Regenzeit beginnt, werden wir morgen nach Panama weiterreisen und versuchen, in 1-2 Wochen ein Schiff nach Kolumbien oder Ecuador zu bekommen. Ob wir die komplizierte Verschiffung organisieren können und nach Südamerika kommen, lest ihr im nächsten Bericht.
Arme und heisse Länder
Zum Abschluss unserer Zeit in Guatemala organisierten Heinz und ich eine 2 tägige Vulkantour. Anstatt zu dritt waren es letzlich 11 Leute und 2 Polizisten als Führer und Begleitschutz. Trotz Kopfschmerzen, Uebelkeit, Nebel, Kälte, Krampf und Schlafen in überfüllten Zelten auf 3700müM schafften wir den 3974müM hohen Acatenango-Vulkan-Gipfel und konnten noch Nachts die rotglühende Lavaerruptionen des Nachbar-Vulkans Fuego unter uns sehen. Dank dem wunderschönen Sonnenaufgang tauten bei allen nach und nach die Hände und Füsse wieder auf. Die Tour war ein Super-Erlebnis. Das Abschiednehmen vom Polizeihinterhof in Antigua, Guatemala, wurde nach so langer Zeit fast etwas schwierig.
In El Salvador blieben wir 5 Tage, standen am Pacific entweder in Hotelanlagen oder privaten Gärten und waren überall herzlich willkommen. Selber kochen lohnt sich hier nicht mehr, da man für 3 Franken (oder Dollar) ein komplettes und gutes Menu bekommt.
Honduras war dann für uns das pure Gegenteil. 4 Stunden unfreundlicher Zoll, mit ca 30-40 Kopien von allen möglichen und unmöglichen Papieren machen. Anschliessend alle 20 km meist unfreundliche Polizeikontrollen, die wir nur dank harten Berner-Köpfen ohne Zahlungen hinter uns brachten. Die einzige Uebernachtung in Honduras war aber sehr gut, in einer gepflegten Hotelanlage mit einem Nachtessen (Filet Mignon) wie wir es uns kaum mehr vorstellen konnten. Wir waren froh Honduras verlassen zu können.
Der Grenzübertritt nach Nicaragua war wieder normal und mit 6 Kopien machen auch harmlos. Die Uebernachtungsplätze waren öffentliches Schwimmbad, Parqueo mit lauter Musik und Fiesta, im Hof des roten Kreuzes, ein Hotelgarten und am Schluss 3 Tage unter Palmen direkt am Pazifik-Strand. Höhepunkt in Granada war die abendliche Begegnung mit dem Pastor Jairo, der nicht bei uns einbrechen wollte, sondern nur seinen Kopf mit der nächtlichen Brise kühlen wollte.
Morgen werden wir nach Costa Rica weiterreisen und sind nicht unglücklich, die sehr armen und sehr heissen Länder von Zentralamerika hinter uns zu lassen. Wir sind gespannt, wie es unseren Bekannten Agi und Guido auf der Finca Canas Castillas geht. Wir haben die Bauernfamilie auf einer früheren Reise kennengelernt.
Vulkane und Spanisch-Kurs
Wie über Mexico und Belize hörten wir auch über Guatemala viele Schauergeschichten. Zwar steht auch hier fast vor jedem Geschäft ein bewaffneter Wachmann, aber unsicher haben wir uns bis jetzt nie gefühlt. Nach den Maya-Ruinen Tikal besuchten wir am schönen See Peten-Itza die Städte Flores und St.Elena, die Stadtbesichtigung machten wir wegen der grossen Hitze mit einem „Tuk-Tuk“ (Dreiradtaxi). In Rio Dulce sassen wir plötzlich inmitten von hunderten von Segeljachten, die hier den sicheren Karibik-Hafen geniessen. Auf einer 1 tägigen Bootsfahrt nach Livingston erlebten wir ein Vogel- und Pflanzenparadies vom Feinsten. Um der Millionenstadt Guatemala-City zu entgehen, wählten wir eine ziemlich unbekannte Strecke im Süden des Landes. Die Strecke war lange ruhig, bevor uns am Sonntag über 50‘000 Motorräder entgegenkamen, es war die „Caravana del Zorro“, eine Friedensfahrt, die seit 50 Jahren jährlich einmal stattfindet. Ansonsten war dieser 3-tägige Umweg durch die Berge landschaftlich sehr reizvoll, ausser, dass unser Camper zeitweise wegen Strassenzustand und Steilheit an seine Grenzen kam. Eimal meinte Ursula „so das wars“ aber im 2ten oder 3ten Anlauf kamen wir durch die Baustelle oder Bachbett. In Antigua fanden wir auf dem Hinterhof der Polizei einen super Stellplatz mit Duschen, Toiletten, Strom und Internet. Alles ist ziemlich heruntergekommen, aber wir sind mitten in der schönsten Stadt von Mittelamerika und können gleich nebenan für eine Woche spanisch lernen. Der Erfolg des Kurses hält sich in Grenzen, aber wir kommen nun besser zurecht und wissen, was wir alles nicht können. Nach dem Vulkan Ipala besteigen wir von Antigua aus einen 2ten Vulkan. Der Pecaya ist vor 9 Monaten zum letzten Mal ausgebrochen, und wir bestaunen die feurig-heissen Höhlen und Spalten. Eine Gipfelbesteigung ist wegen starker Aktivität nicht möglich. Ursulas runden Geburtstag feiern wir zusammen mit Freunden, und nebst Blumen gibt’s noch 1 Std. Salsa-Unterricht. Weiter geht die Reise nach Panajachel an den Lago Atitlan, wo wir mit einer Bootsfahrt mehrere Indio-Pueblos besuchen. Mit einer Tagestour besuchen wir den berühmten Sonntagsmarkt in Chichicastenango. Auf dem Hinweg wird unser kleiner Shuttle-Bus von einem grossen Chicken-Bus, bei dem die Bremsen versagen, voll gerammt. Alle 12 Passagiere kommen mit dem Schrecken davon. Uns wird bewusst, wie schnell die Reise vorbei sein könnte. Wieder zurück in Antigua auf unserem gewöhnungsbedürftigen Polizei-Stellplatz planen wir nun die Besteigung des Vulkans Acatenango, von dem aus man in den aktiven Vulkan Fuego sehen kann.
Ob die 2 tägige Besteigung des 3976 müM hohen Vulkans zusammen mit der Polizeibegleitung gelingt ,und ob wir nach El Salvador einreisen können, lest ihr im nächsten Bericht.
Mennoniten, Hippies und Reggae
Die 2 Wochen in Belize waren entgegen den Prognosen von anderen Reisenden spannend und schön. In Orange Walk konnten wir von unserem „Schlafzimmerfenster“ aus ein Krokodil sehen, und die sehr giftige Viper-Schlange, die uns ein Junge zeigte, war zum Glück nicht mehr am Leben. Von einer englischen Oelgesellschaft erfuhren wir, wie man mit Sprengungen nach Oel sucht. In Shipyard besuchten wir trotz 45 km Gravel-Road die wirklich traditionellen Mennoniten, die nach wie vor keine Maschinen und andere technische Hilfsmittel verwenden. Bei einer 2 stündigen Kanufahrt im Dschungel sahen und hörten wir die Brüll-Affen. Auf dem Weg an die Karibikküste fanden wir im absoluten Nichts bei Mennoniten die Bäckerei Kropf (ehemals deutsch) mit wunderbaren Backwaren. An einem Traumstrand in Hopkins, einem Reggae-Hippy-Ort, liessen wir uns vom etwas speziellen Pärchen Patrizia und Elvis mit Essen und Trinken verwöhnen. In San Ignacio mussten wir unsere erste Magenverstimmung aussitzen, dadurch lernten wir eine 6 köpfige Familie aus Florida besser kennen, die vor über 2 Monaten nach Belize ausgewandert ist. Sie wurden in Mexiko von der korrupten Polizei und von den Beamten richtiggehend ausgenommen und sind mittlerweile praktisch mittellos. Daneben lernten wir aber auch ein anderes Paar kennen, das ihre Ice-Cream-Idee in Belize in ein Erfolgsunternehmen umgewandelt hat. Die 2 Wochen Belize haben viel mehr gebracht, als wir erwartet haben.
Der Grenzübertritt nach Guatemala war absolut problemlos. In Tikal, unserem ersten Ort, blieben wir 2 Nächte und besuchten noch einmal viele Maya-Tempel mitten im Urwald. Speziell war die abendliche Wanderung ohne Turisten, dafür mit vielen Affen, Nasenbären, Papageien, Truthahn, Agoutis, usw. Beim See in der Nähe entdeckten wir sogar noch ein Krokodil. Nun sind wir in El Remate am Lago Peten Itza, werden von einer Gans und Hunden bewacht. Wir planen rund einen Monat in Guatemala zu bleiben und in dieser Zeit spanische Sprachkurse zu belegen.
Dear Leona and Greg thanks again for your hospitality at your wonderful home. You showed us a special sight of the belizian way of life. We really hope to welcome you in Switzerland to introduce you to our lifestyle.
Warme Länder
Zum Abschluss unserer Familienferien gab’s noch einen Ausflug mit Fischerboot zum Schnorcheln bei einem Riff. Auf dem Hinweg versuchte sich Evelyne als Hochseefischerin und hatte sofort Erfolg. Die harte Arbeit des Hereinholens musste dann aber der Vater übernehmen. Beim anschliessenden Schnorcheln hatten wir das Vergnügen über längere Zeit, mit einer Tortuga (Meeresschildkröte) zu schwimmen, bevor Eveyne von einer grossen Roche so erschreckt wurde, dass sie zurück ins Boot kletterte. Nun sind wir wieder allein unterwegs und holen im Moment bei gefühlten 32-38 Grad unser Wärmemanko aus dem letzten Jahr etwas auf. An einer Süsswasserlagune kurz vor Belize blieben wir 3 Tage stehen. Mit dem wunderbar sauberen Seewasser konnten wir den Camper, die Fahrräder, die Wäsche, die Teppiche und natürlich uns selber wieder mal richtig grundreinigen. Eines morgens kam ein Maya-Pfarrer sang dem gehbehinderten Hausherrn aus der Bibel vor und vertrieb den anscheinend vorhandenen roten Teufel aus dem Grundstück. Nach über 2 Monaten Mexiko mit geschätzten 3000 Topes (künstliche Bodenwellen) und etwa 100 Militär und Polizeikontrollen verlassen wir Mexiko mit einem guten Gefühl. Zwar ist vieles im Argen (Häuser, Infrastruktur und Korallenriff duch Hurrican teilweise zerstört), Abfall wird am Strassenrand entsorgt, trotzdem ist das Land nach wie vor wunderschön und vielfältig. Die Leute sind immer freundlich und hilfsbereit. Wir haben uns trotz häufigem „freistehen“ nie unsicher gefühlt und die Zeit sehr genossen.
Der Grenzübertritt nach Belize war erneut vor allem auf der mexikanischen Seite sehr chaotisch und kostete uns vor allem Nerven und 20 US$ extra, da ich anscheinend gar nie, oder wenn, unter falschem Namen in Mexiko eingereist bin. Auf der Belize-Seite musste eine Autoversicherung und eine Pseudo-Auto-Desinfektion durchgeführt werden. Anschliessend wurden uns die frischen Zitronen abgenommen, aber unsere Vorräte wie Wein, Bier, Eier etc. wurden zum Glück nicht entdeckt. Nun sind wir im feuchtheissen Corozal, essen beim Chinesen oder beim anderen Chinesen oder bei vielen anderen Chinesen. Einkaufen tun wir auch in den vielen kleinen Chinesen-Märkten. Nun planen wir die nächsten 2 Wochen im kleinsten zentralmerikanischen Staat Belize, wo man englisch spricht ,und wo viele Chinesen, Mennoniten, Mayas, Schwarze und Weisse zusammen leben.
Weihnacht/ Neujahr 2010/11
Um unsere Eltern in ihrem längerem Urlaub ein klein wenig zu entlasten, wurden wir, Christian, Patricia und Evelyne beauftragt diesen Bericht zu gestalten. Wir dürfen euch berichten, dass es ihnen gut geht, dass sie trotz dem eher einfachen Weltenbummlerleben die gleichen geblieben sind und sich in der Gemeinschaft der Panamericanos bestens eingelebt haben.
Am Heiligabend wurden wir mit einem in allen Farben blinkenden Weihnachtsbaum, mexikanischen Weihnachtsguezli und einer luxuriösen Traumwohnung in Playa del Carmen überrascht.
Die etwas andere Familienweihnacht: unser Weihnachtsessen wurde vom emsigen Pantani in einem nebligen Tacosrestaurant hingezaubert. Anstatt Fondue Chinoise assen wir in diesem Jahr Fajita al Pastor, anstatt mit Wein stiessen wir mit Mojito auf Weihnachten an und anstatt unserer besinnlichen Weihnachtsmusik von Céline Dion berieselte uns sulzige Salsaherzschmerzmusik. Auf diversen Ausflügen in der Region Yucatan wurden wir des öfteren von mexikanischen Topes oder touristenjagenden geldgierigen Polizisten ausgebremst. Intensive Diskussionen über Gerechtigkeit und Politik retteten uns jedoch jedesmal vor Geldbussen. Unsere Abenteuerreise nach Isla Holbox ermöglichte uns eine 6-stündige Rundfahrt durch das Landesinnere von Yucatan. Der Anblick des karibischen Inselparadieses und die über wellenbretternde Bootsfahrt entschädigte uns jedoch für den 4-stündigen Umweg. Wir aus der Kälte kommenden Europäer genossen natürlich auch die Sonne, die Strände und vorallem das türkisblaue Meer, aus dem hin und wieder attraktive Rettungsschwimmer auftauchten ;-)(siehe Foto).
Den Silvesterabend verbrachten wir mit weiteren Panamericana-Reisenden und durften uns einige Abenteuergeschichten anhören. Höhepunkt des Abends war, als wir einen Heissluftballon mit unseren Wünschen fürs 2011 – trotz herausfordernden Windverhältnissen – steigen liessen.
Auf ihrem weiteren Weg wünschen wir unseren Eltern eine tolle und erlebnisreiche Weiterreise mit vielen traumhaften Standplätzen und unvergesslichen Begegnungen.
Christian+Patricia+Evelyne
Vom Pacific in den karibischen Dschungel
In den letzten 2 Wochen auf dem Festland sind wir richtig in Mexico angekommen. Wir kaufen Kaffee, Essen und Trinken im Dorfladen oder am Strassenrand. Essen tun wir häufig in kleinsten Familien-Restaurants. Zum Baden hatten wir fantastische Strände und Buchten am Pacific. Mein Bike hat unterdessen auch einen mexicanischen Reifen und mit der korrupten Polizei haben wir auch unsere ersten negativen Erfahrungen gemacht. Das letzte Wochenende war aber ganz speziell. Auf dem Campground wohnt eine mexicanische Familie in der Damentoilette, und der übrige Platz war nicht zu gebrauchen. Somit stellten wir uns direkt vor die kleine Kirche auf dem Dorfplatz. Kurz darauf kam der Nachbarsbauer und zeigte uns stolz sein Ochsengespann, bei seiner Frau kauften wir Tortillas vom Holzfeuer, ein anderer Bauer schenkte uns Bananen und spendierte Tequila und der pensionierte Arzt fragte uns nach einer Schweizer Münze für seine Sammlung. Der Sonntag begann um 6.00 mit Feuerwerk zur Feier von Guadelupe und anschliessend spielte ein Sänger mit Gitarre 2 Stunden melancholische Lieder. Nach 2 Tagen verliessen wir das kleine Dorf und hatten das Gefühl , schon die halbe Einwohnerschaft zu kennen. Nun sind wir in Palenque im Urwald und schauen uns die Maya-Ruinen an. Den ganzen Tag und auch die ganze Nacht hören wir die Brüllaffen über uns vorbeiziehen. Unser Hauptproblem in letzter Zeit war vor allem vernünftige Uebernachtungsplätze zu finden, aber bei Bauern im Hof, bei Hotels oder auch mal bei Tankstellen fanden wir immer gute und sichere Plätze. Uebrigens haben wir in San Blas in den Mangroven Krokodile gesehen, und Acapulco ist in den letzten 35 Jahren nur viel grösser aber nicht schöner geworden.
In den nächsten Tagen geht es nun nach Cancun, wo uns unsere Kinder über die Festtage besuchen.
Von der Wüste nach SanBlas in die Tropen
In St Quintin stehen wir im Hof eines Restaurants. Zum Nachtessen gibt es wegen dem Nationalfeiertag Livemusik und Tanz und am Tag darauf eine grosse Parade zu 100 Jahre Revolution. In Puerto Los Angeles, einem Fischerdorf, stehen wir direkt am Meer neben einem Walskelett. Nach einer 340 Km Fahrt durch die bergige Wüste, voll mit riesigen Kakteen, finden wir in der Oase San Ignacio einen Traumplatz am See unter Dattelpalmen. Wir bleiben 2 Tage und duschen mit Waschkübel. Wir haben zwar selber eine Dusche, da es aber schwierig ist, gutes Wasser zu bekommen, wird mit Wasser gespart. An der Ostküste der Baja stehen wir meistens direkt am Wasser, kaufen Essen von den Mexikanern, waschen und baden uns im Meer. In Loreto, einem schönen Städtchen am Meer, haben wir zum ersten Mal in Mexico Luxus pur, d.h. warme Duschen, Toiletten, Wasser, Strom, Internet und Einkaufsmöglichkeit. In La Paz finden wir einen wunderschönen Strand Tecolote, wo wir zusammen mit Pelikanen und Fregattvögel (bis 2,50m Spannweite) baden. Nachdem wir uns wegen sturmartigen Winden entschliessen, die Baja zu verlassen, kommt das Problem Fähre auf uns zu. Die schnelle Fähre La Paz – Mazatlan (14 Std.) kostet über Fr. 1‘000.--. In stundenlangen Verhandlungen und dank Ursula’s spanisch bekommen wir die Ueberfahrt letztlich für Fr. 440.--. Die Fahrt ist sehr unruhig, und im Gegensatz zu uns, erweisen sich viele Mexikaner als nicht seefest. Da im chaotischen Hafen von Mazatlan nur der Fahrer im Auto von Bord durfte, musste ich letztlich 15 Pesos (Fr. 1.20) investieren, um meine Frau Ursula wiederzufinden. Nun sind wir in San Blas in den Tropen, stehen unter Kokospalmen, haben über 30 Grad und ein schönes Meer. Ob wir Krokodile, Kaimane und Papageien sehen, und wie Acapulco 35 Jahre nach unserem letzten Besuch aussieht, lest Ihr im nächsten Bericht.
Eine andere Welt
In den letzten 2 Wochen besuchten wir nebst dem Joshua Tree NP auch verschiedene alte und neue Freunde. In Phoenix wurden wir von Vreni und Walter (seit 50 Jahren in den USA) herzlich aufgenommen. In Aguila war der Campingplatz geschlossen, aber gleichzeitig sah ich ein Schleppflugzeug am Himmel, also nichts wie hin. Auf dem Flugplatz war sofort klar, da können wir übernachten. 20 Minuten später kommt der ehemalige Captain der Continentalairways und Besitzer des Flugfeldes zu uns und lädt uns zu einem Rundflug ein. Kaum zurück kommen die Segelflugpiloten mit Bier vorbei, und es wird ein gemütlicher Abend. Wir sind von der Gastfreundschaft der Amis überwältigt. Der Joshua NP ist unser letzter Park in den USA, und wir haben einmal mehr fantastische Uebernachtungsplätze, wunderschöne Kaktusbäume aber auch sehr kalte Nächte. In der Nähe von San Diego besuchen wir unsere Freunde Linda, Ruedi mit Ihrem neuen Hund Panda. Wir werden noch einmal richtig verwöhnt, bevor es endgültig Richtung Mexico geht. Nach 6 Monaten Nordamerika können wir nur sagen, es war fantastisch.
Kurz vor Tecate (kleiner Zoll) haben wir uns mit Elsbeth und Heinz verabredet, um gemeinsam nach Mexico einzureisen. Die Einreise war etwas chaotisch aber problemlos ausser, dass wir keine Einfuhr für unser Auto machen konnten. Die erste Nacht verbrachten wir auf einer kleinen Vinicola (Weinfarm) bei Humberto in San Antonio. Auch hier wurden wir wieder herzlich aufgenommen, und er hat uns die ganze Farm gezeigt und das halbe Leben erzählt. Im ersten grossen Ort Ensenada war wegen der Rally Baja1000 der Teufel los. Dies ist der Anlass des Jahres in der Baja. Wir haben uns dieses verrückte 1000 Meilen Rennen 30 Km ausserhalb in den Bergen von unserem freien Uebernachtungsplatz aus angeschaut. Trotz den vielen Warnungen standen wir die ersten 3 Tage/Nächte in Mexico nie auf Campgrounds und haben immer nur herzliche und fröhliche Mexikaner kennengelernt.
Wildwest und Kakteen
In Santa Fe NM erlebten wir erstmals auf unserer Reise das mexikanische Element. Da die Stadt aber weit über 2‘000müM liegt, wurde es nachts bitter kalt. In Tularosa lernten wir eine kleine Weinbauernfamilie mit deutschem Einschlag und gutem Wein kennen. Den White Sands NP Besuch mussten wir wegen Sandsturm um einen Tag verschieben, erlebten dann aber zu Fuss eindrücklich diese schneeweisse Wüste. Weiter ging die Reise dann auf den Spuren der Apachen. Da wir nach wie vor genug Zeit hatten, besuchten und bewanderten wir die abgelegenen Gila Cliff Dwellings (Felsenwohnungen) sowie die Gila Hotsprings. Unterdessen halten wir nicht mehr Ausschau nach Bären, Elchen und Lachsen, sondern nach Puma (kaum zu sehen), Wildschweinen (javelinas) und Klapperschlangen (rattlesnakes). Die Herde Wildschweine an unserem freien Campingplatz hat uns keine Angst gemacht, aber nach der ersten Begegnung mit einer Klapperschlange haben wir die Wanderung extrem verkürzt. Unterdessen sind wir in Tucson , in einem „55+ Luxusresort“ und machen ein paar Tage "Ferien". Da wir potenzielle Kunden sind, kostet die Uebernachtung fast nichts. In Tuscon besichtigten wir auch 100te von Flugzeugen, dutzende von wunderschönen Kakteen (Saguaros) und auch Old Tucson den Drehort vieler alter Westernfilme. In den nächsten 2 Wochen fahren wir in Richtung San Diego und werden uns hauptsächlich mit den Einreiseformalitäten für Mexiko beschäftigen.
National Park’s
Die letzten 3 Wochen waren eigentliche Wander - und Bikeferien. Wir haben in den Nationalparks von Grand Canyon, Zion , Brice, Red Canyon, Arches, Monument Valley etc. viele kurze und lange Wanderungen und Touren unternommen. Teilweise waren wir ganz alleine unterwegs, aber am verlängerten Wochenende trafen wir auf Massen von Leuten. Sobald die Touren aber etwas länger wurden, waren kaum mehr Leute auf den Wegen. Bei Moab waren wir im ultimativen Bike, Mottorrad, Quad, Buggi und Jeep Mekka der USA mit Pisten und Trails für jeden Bedarf. Die Amis waren auch noch mitten in der Nacht mit Jeeps und ähnlichen Gefährten auf den Felsen unterwegs. Was uns aber immer wieder begeistert , sind die überraschenden Einladungen der Nordamerikaner sich mit ihnen ans Lagerfeuer zu setzen. Im Monument Valley kam es zu einem zufälligen „Panamericana-Treffen“ mit Paaren aus der Innerschweiz, Bern und Nürnberg. Nebst einer gemeinsamen Velotour war der DVD-Fernsehabend mit dem Western „Spiel mir das Lied vom Tod“ mit Charles Bronson und Claudia Cardinale vor der Originalkulisse bei Traumwetter ein absoluter Höhepunkt. Nun lassen wir die roten, gelben, blauen, weissen und schwarzen Felsen hinter uns und besuchen in den nächsten Wochen Santa Fe, Tucson und Phoenix, bevor es nach San Diego ans südwestliche Ende der USA geht.
Hochsommer mit über 40 Grad
Kaum hatten wir San Francisco verlassen, waren wir nicht nur im schönen, sondern auch im heissen Wetter. In Lake Tahoe lernten wir Gabi und Thomas aus ZH kennen, die ihre 3 jährige Reise nächsten Monat beenden. Sie überzeugten uns zum langsameren Reisen, und so blieben wir anstatt 1 Tag ganze 4 Tage. Weiter ging es über die Wildweststadt Virginia City (Ponderosa/Bonanza) Richtung Death Valley. Im „Tal des Todes“ liessen wir uns 2 Tage bei über 40 Grad kochen, da half auch der etwas warme Gin Tonic von neuen Bekannten aus Gerolfingen/Bielersee nicht wirklich. Bei einer Wanderung im Death Valley erreichten wir dann nicht den „Tiefpunkt“, sondern den tiefsten Punkt unserer Reise (85m unter dem Meeresspiegel). In Las Vegas liessen wir unser „Chalet“ auf dem Parkplatz ausruhen und bezogen für 3 Nächte ein Hotel mit Poolanlage direkt neben dem „Strip“. Das Zimmer war etwa 3x so gross wie unser Camper und hatte alles was das Herz begehrt. Die Zeit ging mit Baden, Musical, Wasserspiel, Venedig, New York, Luxor, richtigen Löwen und Pelikanen, ca.100xElvis, Circus, usw, usw, usw rasend schnell vorbei. Beim Glücksspiel verloren wir weder Haus, Auto noch Frau(Mann), aber wir gewannen auch nur an Erfahrung. Nun zieht es uns aber wieder in die ruhigen Nationalparks von Arizona, Utah, Colorado und New Mexico.
Pacific-Küste bis San Francisco
Von Crater-Lake ging es westwärts an die Pacific-Küste. Bereits an unserem ersten Uebernachtungsplatz über den Klippen konnten wir Walfische und Seehunde beobachten. Anschliessen liessen wir uns 2 Tage von Phyllis und Mike in Ihrem Haus verwöhnen. Wir haben Sie in Alaska kennengelernt. Am 2ten Tag staunten wir über die beeindruckende Auto-Oldtimersammlung. Weiter ging es 2 Tage im strömenden Regen durch die riesigen bis 100m hohen Redwood-Bäume. Die Fahrt Richtung San Francisco auf der Nr. 1 war sehr anspruchsvoll, vor allem für Ursula, die in unendlich vielen engen Kurven ohne Leitplanken, am Abgrund über den Klippen sass. San Francisco begeisterte uns auch 37 Jahre nach dem letzten Besuch erneut. Die Tage verbrachten wir bei Traumwetter mit Cable-Car fahren, Pier 39 besuchen, in Fishermanns-Warf essen, Schiff-fahren und GoldenGate-Bridge zu Fuss überqueren. Das Wegfahren aus der Stadt auf dem überfüllten Freeway (bis 12 Spuren) Richtung Sacramento und LakeTahoe war für Alaska-Fahrer eher ungewohnt, umsomehr geniessen wir nun wieder die Ruhe.
Dear Phyllis and Mike thanks again very much for the 2 great days and we see us again in Switzerland.
Washington-Oregon
Das kanadische Wein- und Obstgebiet Okanagan empfing uns mit schlechtem Wetter. Die Landschaft war etwas enttäuschend, dafür erlebten wir in den letzten 3 Tagen in Kanada auf Weingütern und in Restaurants kulinarische Höhepunkte. Bei diversen Weinproben lernten wir hervorragende kanadische Weine kennen, die aber mit 20-50 Dollar etwas überteuert waren. Der Grenzübertritt in die USA war absolut problemlos, ausser, dass uns der Zöllner erklärte , er möchte nie mehr im Grenzgebiet zu Mexiko arbeiten. Wir sind gespannt, wenn wir ab Ende Nov. Mexiko bereisen. In Omak , USA , mussten wir unsere Vorräte wieder auffüllen. Im Supermarkt staunten wir: alle Produkte fast nur noch halb so teuer, Wein und Bier noch günstiger und als Folge davon viele extrem übergewichtige Amerikaner, die ihre Einkäufe nur noch mit Elektroeinkaufswagen machen können. Die amerikanische Okanagen Gegend ist faszinierend, links und rechts vom Tal Wüste aber am Fluss entlag Obstplantagen soweit das Auge reicht. Es ist eine bizarre High-Desert-Gegend, die im Osten und Westen von den Rockies abgeschlossen wird. Weiter südlich besuchten wir den Crater Lake, ein bis 580m tiefer Krater-See mit einer Farbe wie dunkelblaue Tinte. Wir trafen wieder einmal auf Elsbeth und Heinz und konnten zusammen herrliche Bike- und Wandertouren um den See auf einer Höhe von 2000-2400müM machen. Nun führt uns unsere Reise zu Freunden an der Oregon-Coast bevor es der Küste entlang nach San Francisco geht.
Kanadas Rockies
In Prince Rupert und Terrace erlebten wir 2 Regentage, die aber zum Glück die Waldbrände Richtung Jasper und Banff Nationalparks zum löschen brachten. In Rosswood trafen wir Ruth unf Fritz, die Ihren 7 Wöchigen Kanada-Urlaub so richteten, dass wir einige Tage zusammen verbringen konnten. Bei der SF-TV „auf und davon“ Familie Schönbächler verbrachten wir zusammen 4 interessante Tage mit Vulkan-Lava, Wandern, Baden in einer heissen Quelle, Blueberry suchen im Bärengebiet, Fondue-Essen und vielen spannenden Gesprächen. Dir Christine und Dir Natascha (die übrigen waren auf CH-Urlaub) herzlichen Dank für die Gastfreundschaft, die Ihr uns und Martis gewährt habt. Kurz vor Jasper, auf einem kostenlosen Forest-Camp, trafen wir Kanadier, die mit Pfeil und Bogen auf Grosswildjagd waren. Im Jasper-Banff-Nationalpark konnten wir einmal mehr viele Berge, Seen, Gletscher, Wapitis, Elche, Montain-Goets etc. bestaunen aber im Gegensatz zu Alaska/Yukon mit extrem viel mehr Touristen. Dank wunderbarem Spätsommerwetter konnten wir auch einige ausgedehnte Wanderungen (LakeLouise,MirrorLake,Kickinghorse,Yoho) durch die fantastische Rocky-Bergwelt machen. Unser Camper bestand auch die erste unter-Null-Periode auf über 2000müM bestens. Da die Schneefallgrenze immer näher kommt, führt uns unsere nächste Etappe ins kanadische Okanagan-Gebiet (ähnlich wie Italien), bevor es anschliessend in die USA geht.
„Top of the World“
Wir starteten den 3ten Versuch, um den Top of the World zu befahren. In Chicken DownTown (3 Häuser) verbrachten wir 2 Tage mit Goldwaschen (mit Erfolg) und BikeTour (1 Bär). Zu unserer Ueberraschung wurde am 3ten Tag ein Konvoi mit ca. 10 Autos und einem Motorrad gebildet, um den Top of the World zu befahren. Nach 70km Konvoi über die beschädigte Strecke konnten wir dann die wunderschöne Berggipfelstrecke (ca.100km) geniessen. Die Uebernachtung an unserem Platz mit 360 Grad Rundumsicht bleibt unvergessen. Ein paar Tage später benötigten wir erneut einen Konvoi , um ein ca. 70km langes Waldbrandgebiet zu durchfahren. Es war beängstigend , sich vorzustellen, ohne Betreuung ein solches Gebiet zu durchfahren. Gleich nach den ca. 40 Waldbrandherden kamen wunderschöne Seen, an denen wir mehrmals unsere eigenen Privatstrände hatten. Dank 25-28 Grad Lufttemperatur ging sogar Ursula in den Seen schwimmen. Am Mezadian-Lake und in Hyder (Alaska-Enklave) konnten wir unmengen Lachse beim Laichen sehen und dazu natürlich die Grizzlies und die Adler, die an diesen Stellen fischen. Infolge der vielen Grizzlies und Schwarzbären haben wir unsere Wander- und Bike-Aktivitäten stark reduziert und versuchen , mit weniger Essen in Form zu bleiben.
W 151.52.040 westlichster Punkt
Der Denali-Nat.-Park ist eines der wichtigsten Touristenangebote von Alaska. Dementsprechend war auch der Besucherandrang. Wir hatten einen wettermässig sehr guten Tag erwischt und konnten den höchsten Berg Nordamerikas mehrmals wenigstens teilweise sehen. Es war absolut beeindruckend. Daneben begleitete uns ein Adler bei einer kleineren Gipfelbesteigung. Nebst vielen Grizzlies aus der Ferne besuchte uns einer auf dem Parkplatz beim Toilettenhalt. Der Parkranger löste sofort Alarm aus, und es durfte niemand mehr aussteigen. Weiter ging es über Anchorage (zum Vergessen) nach Portage/Whittier wo wir Gletscher-Berg- und Tierwelt im Ueberfluss bekamen. Es ist eindrücklich, wenn man die riesigen Eismassen ins Meer stürzen sieht und vor allem hört. Anschliessend besuchten wir noch das Fischerparadies Homer (Halibut-Fische bis 160kg) und verschiedene Traumplätze für Lachsfischer. Wettermässig haben wir die kühle Kenai-Halbinsel sehr gut erwischt, meistens teilweise sonnig und 13 bis 18 Grad Celsius warm. Nun fahren wir nach Tok und werden zum 3ten Mal versuchen den „Top of the World Hwy“ nach Dawson City zu befahren.
N 65.03.252 nördlichster Punkt erreicht
Wir haben in Chena-Hot-Spring den nördlichsten Punkt unserer Reise erreicht, von nun an geht es die nächsten 17 Monate nur noch südwärts. Die letzten 2 Wochen waren wir meistens von der Aussenwelt weg. Wir haben in dieser Natur-pur-Zeit zusammen mit einem Grizzli wandern können (jeder auf seiner Seite des Flusses), wir haben wunderschöne Gletscherwelten, riesige Bergseen grosse Wasserfälle und unberührte Berggegenden gesehen. Wir haben fast einen Cojoten mit dem Auto erwischt, haben weitere Elche und Adler beobachtet. Wir haben im absoluten „nichts“, in Beaver, ein Musical über den Alaska-Highway genossen. In den heissen Quellen von Chena wollte ein Elch mit uns zusammen noch Wärme tanken. Nun sind wir in Fairbanks und füllen unsere Vorräte auf, bevor es in den Denali-National-Park und das kalte Anchorage geht.
Weg nach Alaska „zu“
Unsere Nachbarn in Whitehorse zur rechten Seite konnten uns sehr viel über Camping in Mexico erzählen, und Linda, und Rudolf mit Katze auf der linken Seite luden uns spontan zum Pizzaessen ein. In Whitehorse konnten wir auch wunderschöne Wanderungen und Bike-Touren unternehmen. Zudem wurde der Camper grundgereinigt und die Vorräte aufgefüllt , da es auf den nächsten 1000km kaum Einkaufsmöglichkeiten gibt. Auf dem Weg nach Dawson City übernachteten wir 2 Tage bei den heissen Quellen von Takhini (44 Grad). In Carmacks hatten wir einen wunderschönen Camping am Yukon-River mit fantastischer Abendstimmung. Unterdessen haben wir bereits über 10 Bären, Fischotter, Adler, Füchse usw gesehen aber keine Elche mehr. Nun sind wir in Dawson City und haben leider vernommen, dass die Strasse „Top of the World“ nach Alaska weggeschwemmt wurde. Nachdem wir nun 2 Tage mit Touren und Goldwaschen (ohne Erfolg) die Zeit verbracht haben, müssen wir morgen voraussichtlich zurück nach Whitehorse, um von dort Richtung Alaska zu kommen. Die Strasse ist vielleicht 2-3 Tage oder 2-3 Monate gesperrt.
Canada Day und Bären
In Dawson Creek besuchten wir mit dem Bike die „Canada Day Parade“ und die anschliessende Party mit Country Musik und speziellem BBQ-Beef, dass wärend 12 Std im Boden unter 1m Sand gekocht wurde. Der ganze Anlass war übrigens absolut Alkoholfrei! Am folgenden Tag, auf dem Alaska-Highway dauerte es nicht lange, bis uns der erste von unterdessen 6 Bären über den Weg lief. Am nächsten Tag sahen wir auch frei lebende Buffalos (Bisons). Die Gegend in den Nord-Rockis wird immer bergiger und die ersten Schneefelder sind auch nahe. Die Seen hier haben meistens eine fantastische Türkisfarbe. Heisse Quellen wie Liard-Hot-Springs fehlen auch nicht. In Watson Lake haben wir uns im Schilderwald (Sign Post Forest) verewigt. Wir sind unterdessen so weit nördlich, dass es kaum mehr Tag und Nacht Unterschiede gibt. Nun sind wir in Whitehorse, haben viele interessante Leute kennengelernt, und werden die nächsten 2-3 Tage gemütlich die Touristenmetropole besichtigen.
Edmonton und KM „0“ Alaska Highway
Nun stehen wir am Anfang des Alaska Highway in Dawson Creek. Die letzten Tage waren geprägt von fantastischen Uebernachtungsplätzen und etwas weniger attraktiven Landschaften. In Valleyview standen wir auf dem Golfplatz bei Loch Nr. 9, und letzte Nacht hatten wir auf unserem Platz Besuch von 2 Elchen, Rehen, Hasen, Streifenhörnchen, Gänsen usw. In Edmonton besuchten wir die Mall, konnten aber, ausser bei einem Minijupe für Ursula, den Verlockungen des Einkaufstempels wiederstehen. In Dawson Creek werden wir morgen zusammen mit den Kanadiern den Canada-Day feiern, bevor es dann auf dem Alaska Highway Richtung Dawson City und Fairbanks geht. Im Monat Juni haben wir übrigens ca. 6000km mit dem Auto zurückgelegt und nur 500 mit dem Bike. Ab sofort werden es aber weniger Auto aber mehr Bike Km.
PS Der Finger von Ursula und die Moskitos sind unterdessen kein Problem mehr.
Lange Fahrt
Die letzten Tage waren geprägt von langen Tagesetappen (350-500km), einer sehr schönen und abwechslungsreichen Landschaft entlang dem Lake Huron und dem Lake Superior und einer erneuten Begegnung mit einem Elch. Negativ war einzig, dass Ursula versuchte die Campertüre zu schliessen mit dem Daumen in der Schlossmechanik. Wahrscheinlich heilt der Finger aber ohne Arztbesuch. Ursula hat unterdessen auch die ersten, leicht verkrampften KM, am Steuer verbracht. Sonst pendelt sich unser Tagesablauf langsam ein, mit Kochen im Freien, Einkaufen, Tagesetappe organisieren und fahren und fahren. In Winnipeg übernachteten wir, infolge starker Gewitter mit überfluteten Camping-Parks, auf einem 24 Std. Wal-Mart Parkplatz. Unser grösstes Problem sind im Moment wegen dem feucht-warmen Wetters die Moskitos. Jetzt sind wir in Saskatoon habe wunderschönes Sommerwetter und haben mit dem Bike die Stadt und den South Saskatchewan River besichtigt. Die nächste Etappe führt uns nach Edmonton, bevor es dann nordwärts in Richtung Alaska geht.
Ottawa-Lake of Bays
Da wir Montreal bereits kannten , fuhren wir direkt nach Ottawa. Mit dem Bike gings den Rideau-Kanälen entlang in die Hauptstadt von Kanada. Vor dem Parlament erhielt Ursula von der Polizei anstatt einer Busse für unkorrektes Velofahren einen Kanada-Sticker und ein interessantes Gespräch. Die nächste Etappe führte uns in denAlgonquinpark. Trotz einem eindrücklichen Bussenkatalog, genehmigten wir uns Abends ein Glas Wein und ab und zu ein Glas Bier. Auf Bike und Wander-Tour sahen wir erneut einen Elch und 3 Fischotter. Den Schwarzbär, den Marianne und Hans am Tage vorher sahen, zeigte sich uns nicht. Der nächste Halt war bei Vicki und Ted am Lake of Bays. Die Freunde aus den alten Swissairzeiten (er war AirCanada Pilot), gaben uns 2 traumhafte Tage mit Wasserflugzeugrundflug, Bootsfahrt, fantastischem Essen und vielen interessanten Geschichten. Nebenbei sahen wir auch den legendären Schweizer-Sieg über Spanien auf seinem Grossbildschirm.
Dear Vicki and Ted thousand thanks for these great days at your place. We hope to see you next time in Switzerland.
Lac St.Jean-Quebec
Von Tadousac ging es dem fast 100km langen Fijord entlang an den Lac St.Jean. Dort wurden wir auf einem privaten Camping von uns unbekannten Kanadiern mit Bier, Fisch, Lagerfeuer und viel Herzlichkeit empfangen. Nach 2 spannenden Tagen gings weiter durch den Parc Laurentides nach Quebec. Die Stadt hat uns auch 30 Jahre nach dem ersten Besuch wieder fasziniert. Ein weiterer Höhepunkt waren auch der fast 100m hoheWasserfall von Montmorency. Nach vielen Bike-km und gemütlichen Abenden mit Elsbeth und Heinz (sie fahren nun Richtung Südosten) verlassen wir nun Quebec und fahren allein weiter in Richtung Ottawa und Algonquin.
PS: Nach vielen Spam-Angriffen musste im Gästebuch ein Filter eingebaut werden. Wir freuen uns aber nach wie vor über Eure Einträge.
Antigonish-Tadoussac
Nach der extremen Regennacht in Antigonish glaubte niemand an meine Wetterprognose, aber ab Mittag hatten wir schönstes Sommerwetter. Von New Brunsweck haben wir ausser schönen Campingplätzen, fantastischen Abendstimmungen und der 12,9 km langen Brücke nach Prince-Eduard-Island nicht viel gesehen. Unterdessen haben wir wieder 1 Std. Zeitverschiebung mehr und sind im Staat Quebec. Mit der Fähre haben wir die 28 km von Trois-Pistoles nach Tadoussac über den Sankt-Lorenz-Strom überwunden. Wir haben auch vom Ufer aus die ersten weissen Wale gesichtet.
1. Elch und Sunset Nr.1 von ca 500
Der CapotTrail Nationalpark liegt hinter uns. Es waren wettermässig wieder sehr wechselhafte Tage. Mal hat es am Morgen geschüttet, Mittag‘s wars trocken und der Abend wolkenlos. Der nächste Tag genau gleich nur in anderer Reihenfolge. Am Sonntag sind wir in ein keltisches Musikfest geraten, es war interessant zu sehen, wie die französisch , irisch, schottisch sprechenden Bewohner von NovaScotia ihren freien Tag mit Musik und Tanz verbringen. Am Montag gab es dann bei einer Wanderung die erste Begegnung mit einem Elch (ca 30m), leider ohne Photo. Die Küstenstrasse und die Täler mit einsamen Uebernachtungsplätzen sind weitere Höhepunkte des CapotTrails. Gestern Abend wurde dann unser Camper bei sintflutartigen Regenfällen extrem auf Dichtigkeit getestet und hat (bis jetzt) bestanden. Auch der Bach neben unserem Auto ist bedrohlich angestiegen, aber er blieb letztlich in seinem Bett. Nun verlassen wir NovaScotia und fahren Richtung Westen. (Edmonton ist noch ca 6000km entfernt)
Start der Reise mit Camper
Letzten Dienstag konnten wir ohne Probleme allen Papierkram und den Zoll erledigen. Am Mittwochmorgen um 08.30 durften wir unser Häuschen dann wie geplant aus dem Zollhafen in die weite Welt hinaus fahren. Die ersten 2 Tage waren wir voll mit einräumen, umräumen und einrichten beschäftigt. Weiter ging es mit einkaufen, tanken,auffüllen etc. Der Diesel kostet ca. SFR. 1.--, Propangas auffüllen ist mit unserem Adapter problemlos, Fleisch kostet fast nichts, dafür sind gewisse andere Produkte viel teurer als in der Schweiz. Aber alles ist im grünen Bereich. Unterdessen gewöhnen wir uns an das neue Leben. Die ersten Walking –km sind abgespuhlt, die erste kurze Bike-tour ist auch gemacht und die Essensqualität (sogar mit Steh-Fondue) ist sprunghaft besser geworden. Trotz verboten, genehmigen wir uns Abends ab und zu etwas alkoholisches. In den nächsten Tagen werden wir nun Cape Breton und den Capot-Trail im Nordosten von Nova Scotia bereisen und hoffen auf etwas stabileres Wetter.
12 Tage ohne Camper
Unsere erste Woche in Kanada wurde kulinarisch zu einem mittleren Schock. Anstatt gepflegtes Essen in schönen Restaurants plötzlich Fast-Food im Schnellimbiss. Trotzdem ist vor allem der Südosten der Insel eine traumhaft schöne Gegend mit tausenden von Buchten, Inseln und Seen ähnlich wie der Norden von Skandinavien. Der Südwesten der Insel mit der“ Bay of Fundy“ ist etwas weniger attraktiv, dafür sieht man dort die unglaublichen Ebbe-Flut-Unterschiede von 8 bis 15 Metern. Bei der Erkundigung der Campgrounds traffen wir Esther und Erich aus Uster, die ein ähnliches Projekt haben, und wurden gleich in eine TV-Uebertragung von Global-Channel-6 einbezogen. Unterdessen sind auch Elsbeth und Heinz mit über 5 Std. Verspätung mitten in der Nacht in Halifax eingetroffen , und wir warten sehnsüchtig auf unseren Camper, um endlich wieder selber kochen zu können. Gefunden haben wir unseren Camper bereits, jedoch noch im abgesperrten Teil des Hafens. Nun hoffen wir auf eine unkomplizierte und schnelle Abwicklung mit dem Zoll.
Zum Wochenabschluss gab es doch noch ein feines Essen.
Camper-Verschiffung und Abflug
Nach einer gemütlichen Reise über Breisach, Fulda, Celle sind wir in Hamburg angekommen. Die Camper-Verschiffung war etwas hektisch, aber wenn die Uebernahme in Kanada gleich gut klappt, steht unserer Reise nicht mehr im Weg. Unsere Betreuung in Hamburg ist mit Claudine, Kurt, Elsbeth und Heinz auch sicher gestellt. Nebst Reeperbahn, Speicherstadt, Hafen und St. Michel konnten wir auch den Solar-Katamaran „Planet-Solar“ http://www.planetsolar.org besichtigen. Danke an die Firma DriveTek in Ipsach, die uns dieses Highlight ermöglichte. Bevor wir in Frankfurt abflogen besuchten wir im kalten Deutschland noch die Städte Cuxhafen, Bremen, Düsseldorf, Köln und St.Goar. Der Abflug in Frankfurt wurde nach dem pünktlichen wegrollen noch für fast 2 Stunden für eine Reparatur unterbrochen. Letzlich haben wir aber um ca 7 Uhr CH-Zeit unser Hotel in Halifax Kanada doch noch gefunden.
Fiesta de hasta luego
Herzlichen dank für Euer dabeisein an unserer Fiesta de hasta luego.
Wir werden den gemütlichen Abend die nächsten 2 Jahre in guter Erinnerung behalten.
Es hat Spass gemacht, den Abend mit Euch zu verbringen.
Wenn es klappt, findet Ihr die Photos unter der Rubrik "Bilder".
Fiesta in der Waldhütte
Wir freuen uns auf einen gemütlichen Abend.