
Andengebirge und viel Wasser
Kolumbien machte uns im Vorfeld ziemlich Angst. Erstens wird von vielen Ländern von einer Reise nach Kolumbien abgeraten, und zweitens gab es hier seit Monaten sehr schwere Regenfälle mit vielen Ueberschwemmungen und Erdrutschen. Das mit den Regenfällen war, obwohl wir meistens gutes Wetter hatten, tatsächlich ein Problem, und es war nicht immer einfach, eine fahrbare Route rauszufinden. Wegen der Sicherheit gab es aber überhaupt kein Problem. In Regionen wo FARC-Rebellen aktiv sind, kommt man fast nicht hin, und in allen übrigen Regionen sind die Leute erfreut, dass man ihr Land bereist. Wir standen meistens frei auf einem Dorfplatz, Sportplatz, bei einem Restaurant oder bei Sehenswürdigkeiten und wurden immer richtiggehend von den Leuten belagert, ausgefragt, mit Kaffee versorgt und fotografiert. Unsere Reise führte uns zuerst durch die schwühlheisse Karibik von Cartagena über den 30m hohen und 2500m tiefen Schlammvulkan Totuma nach Santa Marta/Tanganga und nachher in die kühlen Andenberge. In der Millionenstadt Bucaramanga führte uns das GPS mitten durch die öffentliche Busspur, aber wie überall lachte die Polizei nur, zeigte mit dem Daumen nach oben und sagte, fahrt nur weiter. So kamen wir praktisch ohne Verkehr durch die Stadt. In Arcabuco auf 2500müM trafen wir Roman, einen Schweizer, der seit 2 Jahren eine Metzgerei/Bäckerei mit Restaurant aufbaut, und der uns gleich zu Rösti/Bratwurst einlud, und uns auch noch mit einem gutem Butterzopf versorgte. Ueber Barichara, wo wir während der „Semana Santa“ den Osterprozessionen beiwohnten, gings nach Villa de Leyva. Diese wunderschöne Stadt und die Umgebung besichtigten wir mit Marko und seinem deutschen Rotkreuz Rettungswagen. Er lebt seit 5 Jahren hier, und versucht den Rettungs- und Feuerwehrdienst auf freiwilliger Basis aufzubauen. In Zipaquira, das nur durch überschwemmtes Gebiet erreichbar war, besuchten wir die Salzkathedrale, die im ehemaligen Salzbergwerk 180m unter der Oberfläche gebaut wird. Die 10 MillionenStadt Bogota umfuhren wir weiträumig. Von Espinal 330müM ging es über einen Pass von 3200müM nach Salento zum „Althippy“ Jorge. Die Passfahrt hatte es wirklich in sich, wir brauchten für 150km über 6,5 Stunden, und die meiste Zeit wurde nur im ersten Gang gefahren. Das die kolumbianischen Bus- und Truckfahrer mit ihren überholmanövern diese Fahrt unfallfrei überstehen ist jedesmal ein Wunder. Im Jorges Paradies „Monteroca“konnten wir uns dann beim Grillen und Wandern vom Fahrstress erholen. Weiter gings an den Lago Calima nach Darien, wo wir, dank Schweizer Freunden, ein Kinderheim (www.kinderheim-bambi.ch )besuchen konnten. Wir wurden von Gladys und ihrem Team wie Könige behandelt. Unterwegs kurz vor Silvia trafen wir wieder auf unsere Freunde aus Biel. Zusammen standen wir auf einer Fischzuchtanlage und genossen die Bergwelt und bewunderten die schönen Trachten der Guambiano-Indianer. In den nächsten Tagen geht es nun nach Ecuador, wo wir hoffen, den fast 6000m hohen Cotopaxi zu sehen, und wir versuchen werden, die Galapagos-Inseln zu besuchen.