
Gutes Leben
Von Salta ging es über den Los Cardones NP nach Cachi. Wir bleiben eine Nacht. Vor uns liegen 200km schlechte Naturstrasse Richtung Cafayate. Wir fahren los und werden gleich ordentlich durchgeschüttelt. Die 5000km Ruta cuarenta (RN40) ist eine Nationalstrasse (etwa so lang wie von Portugal zum Ural) und endet in Rio Gallegos am südlichsten Strassenpunkt der Erde und unser Ziel für Ende Jahr. Es hat praktisch kein Verkehr. Nach etwa 40km, kommt da nicht ein Camper? Klar, und dazu noch ein Berner (Schweizer). Wir halten beide und tauschen Erfahrungen aus. Claudius sagt, wir waren letzte Nacht in Colome auf dem Weingut von Donald Hess. Wir: klar kennen wir, waren schon in Südafrika auf dem Weingut Glen Garlou von Hess und den Wein kennen wir von unserem Nachbar zuhause. Colome ist nur 20km von der schlechten RN40 weg, also nichts wie hin. Die Strasse ist sehr schlecht, dafür die Umgebung traumhaft. Auf dem Weingut sehen wir uns das moderne Lichtkunst-Museum von James Tyrell an, es ist der absolute Hammer, zum Glück habe ich ein paar Fotos gemacht, bevor es verboten wird. Gratulation an Donald Hess für diese phantastische Kunst im absoluten nichts. Anschliessend eine Weindegustation, wir fragen uns, wer in Argentinien diese astronomischen Preise für Wein bezahlt. Wir dürften auf dem Weingut übernachten, aber es ist uns etwas zu vornehm, und wir wollen ja unser Lomo (Rindsfilet) grillen. So kaufen wir uns eine Flasche Rotwein, fahren etwa 5-10km zurück und finden einen Traumplatz in der Natur. Im Sonnenuntergang wird unser Lomo gegrillt und mit dem Rotwein vom Weingut Colome genossen. Zum Schluss gibt es wie jeden Tag „Mate“ und einen Sternenhimmel wie sonst nur in Namibia. In Cafayate haben wir 200km Wellblechpiste hinter uns, und fühlen uns erstmals auf unserer Reise richtig bedroht, nicht wegen Kriminalität sondern wegen der vielen Bodegas (Weingüter mit Degustation). Wir bleiben ein paar Tage und besuchen die Weingüter mit dem Fahrrad und lernen den fantastischen Torrontes Weisswein kennen. Auf dem Weg Richtung Mendoza machen wir einen Abstecher nach Tafi del Valle und sehen uns unzählige Menhire an. Bei einer Uebernachtung bei abgelegenen Thermen werden wir die ganze Nacht (bis um 03.30) immer wieder von Besuchern geweckt, die hier zum duschen kommen. Auf dem Weg nach Süden nehmen wir für 4 Tage 2 deutsche Fahrradfahrer mit, sie haben sich etwas in der Zeit verschätzt, und die Hitze macht ihnen zu schaffen. Von Barreal aus besuchen wir den El Leoncito NP, er soll die sauberste Luft weltweit haben, und darum hat es auch 2 Observatorien. Daneben hat es auch „Suri“ (eine Art Strauss), „Cuis“ (eine Art Meerschweinchen), kleine Papagaien, nur den Puma bekamen wir nicht zu Gesicht. Nun geht es nach Mendoza in die Rotweinmetropole von Argentinien und anschliessend nach Chile.