
Santiago de Chile retour
Im Leoncito NP besuchten wir in der Nacht das Observatorium und merkten, wie klein und nichtig wir und die Erde sind. An diesem Abend lernten wir auch den Franzosen Bernard (ca65) kennen. Wir haben auf unserer Reise viele bemerkenswerte Leute kennengelernt, aber Bernard stellt alle in den Schatten. Er ist zu Fuss, ohne Zelt und ohne Kocher, seit 18 Monaten auf dem Inka-Weg von Kolumbien nach Santiago de Chile unterwegs. Wir trafen ihn etwas später in Uspallata mit einer Flasche Bier unter dem Arm wieder, er sei die 105km durch die Wüste in 2 Tagen marschiert und hätte nun einen riesigen Durst. Dagen sind wir wirklich Luxus-Reisende. Nach einer Nacht im farbigen Canyon 7Colores (bekannt vom Film „7 Jahre in Tibet“) fuhren wir in die riesige Weinmetropole Mendoza. Die Stadt konnte uns nicht begeistern, dafür hatten wir im Camping viele andere Reisende zum Gedankenaustausch. Von hier ging es dann am Aconcagua, mit 6962m höchster Berg Amerikas, vorbei nach Santiago de Chile. Unsere Freunde waren seit einiger Zeit im Spital Alemana, wo Elsbeth sich einer Operation unterziehen musste. Es geht ihr wieder besser, und es scheint, dass sie ihre Reise in den nächsten Tagen fortsetzen können. Unser Plan war, in Chile weiter südwärts zu fahren. Aber nach kurzer Zeit merkten wir, für uns hatte es zuviel Verkehr, zuviele Städte und zuviele Wolken, so dass wir zurück nach Argentinien umkehrten. Leider wurde der Pass eingeschneit, so das wir 2 Nächte auf einer Tankstelle warten mussten, bevor wir bei Traumwetter am Aconcagua vorbei wieder in Argentinien einreisen konnten. Nun sind wir mehr oder weniger auf der „Ruta quarenta“ Richtung Bariloche unterwegs. Teilweise ist die Strasse in einem fürchterlichen Zustand, dafür hat es eine sensationelle Landschaft aus Lavasteinformationen, erloschener Vulkane und den Schneebergen der Andenkette. Während etwa 50km ist die Strasse von 100ten von tankähnlichen Sensoren gesäumt, mit denen das Pierre Auger Observatorium die kosmischen Strahlung studiert. Wir machen noch einen Abstecher nach Las Lenas, dem St.Moritz von Argentinien. Der Sommertrainingsort der Schweizer Skinationalteam ist aber bis auf ein paar Sicherheitsleute absolut menschenleer und die futuristischen Hotels haben nach unserer Meinung überhaupt kein Stil. In Barrancas können wir bei der sympathischen Polizeistation übernachten. Es ist 33 Grad warm und im Gespräch mit den Polizisten merken wir plötzlich, wir sind, seit der Brücke vor 100m, in Patagonien angekommen. Wir feiern das Ereignis mit einer Flasche Torrontes und sind überzeugt, nicht mehr lange solche Temperaturen geniessen zu können. Die Gegend auf der Ostseite der Anden (Cordillera del Vento) ist sehr windig und wird jedes Jahr für 1-2 Monate von Segelfliegern aus der ganzen Welt für riesige Streckenflüge in den Wellen der Anden genutzt. Die Ebene ist nun wieder etwas grüner, und es hat immer wieder grosse Herden von Schafen, Ziegen, Pferden und natürlich auch von unseren zukünftigen Steaks. Wenn es nicht zuviel Vulkanasche hat, werden wir noch Bariloche besuchen, bevor es zum „Whalewatching“ nach Isla Valdez geht.