
Von den Anden zum Atlantik
In den letzten 3 Wochen fuhren wir etwas wirr herum. Von Zapala gings in die Erdöl/Erdgas- Gegend von Neuquén um diverse Dinosaurierfunde zu besichtigen. Bei Anelo wollten die Indios 160 Pesos für ein heruntergekommenes Museum, wir liessen es sein, hatten dafür einen schönen Stellplatz am See, und am nächsten Tag fanden wir in Villa el Chocon ein sehenswertes Museum des Schweizers Bachmann für 4 Pesos. Unser Plan war Junin und SanMartin los Andes zu besichtigen. Da es auf dieser Strecke infolge Vulkanasche, der wie dichter Nebel wirkte, immer ungemütlicher wurde, drehten wir um und fuhren direkt nach Bariloche. Hier war die Sicht etwas besser, aber die mehlartige Asche war trotzdem überall, und so fuhren wir gleich weiter Richtung El Bolson. Bereits 40km weiter südlich hatte es dann keine Asche mehr. In dieser Gegend hat es viele wunderschöne Seen in einer schneebedeckten Bergwelt, und wir konnten wieder einmal wandern. In Tecka verliessen wir unseren roten Faden (ruta 40) um an den Atlantik zu fahren, wo in dieser Zeit viele Walfische zu beobachten sind. Wir erwarteten dazwischen einige 100km öde Pampa, sahen aber im Rio Chubut-Tal eine Gegend fast wie Grand Canyon und Monument Valley. Nördlich von Trelew/Puerto Madryn ist die Peninsula Valdez, und dies wurde zu etwas vom schönsten der ganzen Reise. Wir standen tagelang an einsamen Stränden oder auf Klippen und konnten stundenlang den riesigen Walen zuschauen. Zeitweise war es sehr ruhig, aber plötzlich zeigten unzählige Wale ihr ganzes Programm. Sogar während einer Nacht, bei Windstille weckten sie uns um 1 Uhr mit ihren Geräuschen, die wie Schiffsirenen klangen, und den Sprüngen die wie Kanonenschüsse tönten. An einem Tag zogen 2 Mütter mit ihren Jungen gemütlich 5-10m an uns vorbei und eine andere Gruppe hatte anscheinend Paarungsgelüste. Die letzte Nacht ganz allein am Strand auf Peninsula Valdez war dann aber sehr ungemütlich, da 2 Gewitter sich direkt über uns entluden. Wir hatten Angst vom Blitz getroffen oder weggeschwemmt zu werden. Vorsichtshalber trugen wir alle Papiere und Ausweise auf uns, falls wir den Camper fluchtartig verlassen müssten. Nach dieser Nacht war die ganze Region 2 Tage ohne Strom und einige Strassen verschüttet. Nun sind wir in Puerto Madryn, haben seit langem wieder einmal Internt und werden ab Morgen versuchen die 80km Naturstrasse der Küste entlang, zu den See-Elefanten zu kommen. Ob die Strassen passierbar sind, wir See-Elefanten, Pinguine oder sogar Orcas sehen, lest ihr im nächsten Bericht.