
Silvester in Traumlandschaft
Am 26. Dezember verliessen wir die Weihnachtsgesellschaft und fuhren dem Lago General Carrera, dem schönsten See der ganzen Reise, entlang bis El Maiten. Wir hatten so viel vom Rio Baker gehört, dass wir einen Zusatzweg von 120km Rüttelpiste auf uns nahmen, um nach Cochrane zu kommen. Auf dieser Strecke kamen wir mit unserem Auto absolut ans Limit. Nachdem wir die letzte Kurve einer extremen Steigung nicht schafften, gings rutschend zurück. Für den 2ten Versuch sperrte Ursula oben die Strasse, ich liess Wasservorrat und Luft in den Antriebsrädern ab, und schaffte es auf dem letzten Zacken. In Cochrane lernten wir den 71 jährigen Chilenen „Washington“ kennen, und er lud uns auf seine Estancia ein. An Silvester trafen wir wieder Rosita und Manfred aus Deutschland, und gemeinsam luden wir den alleinstehenden Washington zum Silvestermenu auf seiner Estancia ein. Der Abend war sehr eindrücklich, nach dem Silvestermenu konnten wir reiten, nachher zeigte er uns seine Gemälde, Felle von erlegten Tieren, seine Messer und Säbel und erzählte aus seiner Zeit in Skandinavien. Nach Mitternacht wurde noch neben dem Lagerfeuer getanzt, und auch hier war er ein ehemaliger Meister. Mit einem Brief für Bekannte in der Schweiz verliessen wir am Neujahr etwas wehmütig die schön am Rio Cochrane gelegene Estancia. Auf dem Rückweg staunten wir, dass unsere Problemstelle zwar immer noch steil, aber unterdessen frisch planiert und ohne Löcher war. In Puerto Tranquillo gabs noch einen 100km Abstecher ins Valle Exploradores. Hier ist plötzlich Regenwald und es hat grosse Papageie, aber trotzdem sind die Gletscher der 4000er fast zum Greifen nah. Nach der unterdessen 5ten Forelle, erhielt ich von Ursula Fischverbot. In Villa Cerro Castillo fand gerade ein Rodeo statt, und wir liessen uns diesen Anlass nicht entgehen. An 2 Tagen werden unzählige Stiere von Gauchos durch die Arena getrieben, aber ausser blauen Flecken und Atemnot passiert den jungen Tieren nichts. Die Stimmung war extrem friedlich und nicht Tourismus geprägt. Die Wegfahrt mit unserem 3 Tonnenauto über die 2 Tonnen Brücke war dann noch spannend, aber nachdem sogar Pferdelaster darüberfuhren, trauten wir uns auch. Nun sind wir in Puerto Aysen praktisch am Meer, und in den nächsten 2 Wochen wartet nun die Carretera Austral Nord auf uns. Ob wir auf den weiteren 4-500km Naturstrassen weiter Hochsommer Wetter haben, oder ob es hier wie üblich eher nass ist, lest ihr im nächsten Bericht.
Die Bilder des letzten Berichtes sind unterdessen auch auf der Homepage.