
Vulkane und Fjorde
In Puerto Aysen hatten wir seit langem wieder einmal Regen und fuhren daher nach Puerto Chacabuco zum Hafen, um dort die 2 Regentage abzuwarten und ein bisschen dem Betrieb im Fiord-Naturhafen beizuwohnen. Anschliessend gings wieder auf die Rüttelpiste Carretera Austral. Die grauenhafte Strasse ist aber immer von den riesigen und schönen Alerces Bäumen und einer dichten Fauna eingerahmt. Es hat auch immer wieder Gletscher und unzählige Wasserfälle. Auch hat es viele Vulkane, und was so ein Vulkan anrichten kann, sahen wir im Ort Chaiten. 2008 brach der Vulkan überraschend aus, die riesigen Aschenmengen wurden mit Regenwasser durch den Ort Chaiten geschwemmt, und ein grosser Teil des Ortes wurde bis zu 2m mit diesem Ascheschlamm verschüttet. Auch sind unterdessen viele Wälder rund um den Vulkan ganz abgestorben. Im Moment sind die Leute in Chaiten daran, denn Ort langsam wieder aufzubauen. Im letzten Teil der Carretera Austral benötigten wir 3x Fähren um weiterzukommen. Diese Schifffahrten von 1-4h durch die engen Fjorde, begleitet von Delfinen, Seehunden und Pinguinen, waren wunderschön, und man konnte die Landschaften geniessen, ohne durchgeschüttelt zu werden. Insgesamt haben wir seit Weihnachten über 1500km auf der Carretera Austral verbracht, und unser Auto hat die rund 1300km rauhe Piste ohne Probleme hinter sich gebracht. In der Nähe von Puerto Montt kamen wir wieder in die Zivilisation und auf geteerte Strassen, dies hatte zur Folge, dass wir uns gleich nicht mehr richtig wohl fühlten. Es hat überall viele Leute, viel Verkehr, alles ist verbaut und eingezäunt, und an den schönen Plätzen herrscht „Rambazamba“. Nach der Umrundung des Sees Llanquihue trafen wir bei Puerto Octay wieder einmal Nicci und Marco und hatten dank ihnen einen super Platz. Wir konnten uns da erholen und unser Auto richtig vom Staub befreien. In dieser Gegend um Puerto Octay merkt man noch sehr stark den deutschen Einfluss von früher. An unserem Platz direkt am See, mit Blick auf den Vulkan Osorno, wo nur unsere 2 Autos stehen können, lassen wir nun unsere Seelen und die Beine baumeln, schwelgen etwas in den Erinnerungen an die vergangenen 21 Monate und machen uns Gedanken über das Leben nach der Reise. Nach einer Woche auf unserer Bade-Halbinsel geht es nun in Chile noch etwas weiter nordwärts und nachher zum letztenmal über die Grenze nach Argentinien